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Evernote ist für mich ein zusätzliches Gedächtnis

Dies ist mein persönlicher Beitrag zur Blog-Parade auf meiner Website Journalisten-Tools.de.

Evernote startete im Juni 2008 als Beta-Version, einen Monat später habe ich einen Account eingerichtet und mit dem Tool rumgespielt, das mein zusätzliches Gedächtnis werden sollte. Zunächst wusste ich nicht, WAS ich überhaupt an Notizen hinein schreiben sollte. Meine Notizen schrieb ich in Notizbücher, die ich alle paar Monate ersetzte. Und Dokumente speicherte ich lieber auf der Festplatte, wo sie jederzeit nutzbar sind.

Den Durchbruch schaffe Evernote mit dem “Projekt Wohnungsbau”. Als wir Ende 2011 den Kaufvertrag für eine Wohnung unterschrieben, richtete ich ein Notizbuch in Evernote ein und konnte fortan alle Informationen (Baupläne, Kontaktdaten aller Handwerker, Fotos von der Baustelle) immer und überall abrufen. Praktisch, wenn man auf der Baustelle einen Fehler entdeckt oder auf dem Weg zum Fliesen-Großhändler noch mal schnell die Größe eines Zimmers nachschauen kann. Das Notizbuch gab ich für meine Frau frei, so dass wir alle Themen zentral in Evernote speichern konnten.

Seither nutze ich das Tool privat und beruflich: Privat sammle ich Themen-Ideen für Journalisten-Tools.de und beruflich Notizen aus Meetings und Brainstorming-Runden. Auch die Stichwörter für die Jahresgespräche mit meinem Team sind in Evernote gespeichert. Evernote nutze ich dabei auf dem privaten und beruflichen Mac und auf dem iPhone. Auf dem iPad ist Evernote auch installiert, allerdings nutze ich das iPad fast nicht.

Fast ein papierloses Büro

Beruflich habe ich den Sprung zum papierlosen Büro fast geschafft: Mein Schreibtisch bei RP Digital in Düsseldorf ist fast papierfrei und nur selten schicke ich ein Dokument an den Drucker. Ausgedruckte Präsentationen lehne ich – wenn möglich – mit der Bitte ab, mir eine elektronische Version zu schicken. Alles, was ich selbst benutze, ist in Evernote gespeichert. Auf die Weise kann ich an jedem Rechner (dem beruflichen oder dem privaten) jederzeit an der Stelle weitermachen, wo ich aufgehört hatte.

Meine Notizen wandern dabei fast immer über die Tastatur meines MacBooks in Evernote. Hauptargument ist die sehr gute Tastatur. Einen Stift habe ich mal auprobiert, aber bin damit nie wirklich warm geworden. Die Schrift war kaum zu lesen und meine Schreibgeschwindigkeit langsam. Nützlich finde ich dagegen die Kamera des iPhones, um Visitenkarten an Ort und Stelle zu scannen oder Telefon-Notizen (dabei zu tippen gelingt mir einfach nicht) abzufotografieren. Beeindruckt bin ich immer wieder von der sehr guten Texterkennung von Visitenkarten. Fast immer werden die Informationen richtig erkannt und den richtigen Feldern zugeordnet. Einmal abfotografiert, brauche ich die Visitenkarte eigentlich nicht mehr, aber viele Personen reagieren verwundert, wenn man ihnen ihre Karte nach wenigen Minuten wieder zurückgibt.

In Meetings benutze ich sehr gerne den neuen Präsentationsmodus, um die Notizen aufgeräumt auf den Bildschirm zu projizieren, während ich in der normalen Evernote-Oberfläche weiter tippen kann. Auf die Weise sehen alle meine Eingaben und ich kann trotzdem jederzeit in andere Notizen springen. Neulich habe ich sogar eine Präsentation (über Evernote) mit dem Präsentationsmodus bestritten.

Während des Relaunchs von RP ONLINE habe ich die Zusatzanwendung Skitch kennengelernt, mit der man Grafiken und Screenshots sehr leicht mit Pfeilen und Hinweistexten versehen kann. Ideal, wenn man Entwürfe schnell kommentieren und dann per E-Mail zurückschicken möchte. Skitch benutze ich auch weiterhin fast täglich, um auf der einen Seite Hinweise an Kollegen zu schicken und auf der anderen Seite interessante Module auf anderen Websites in meiner persönliche Ideenbox zu sammeln.

Noch nicht perfekt ist aus meiner Sicht das Teilen von Notizen und ganzen Notizbüchern gelöst. Ich kann zwar mit Kollegen ein gemeinsames Notizbuch verwenden, aber das Kommentieren – zum Beispiel einer Ideen- oder Fehlerliste – ist in Google Docs deutlich besser gelöst als in Evernote, wo man sich mit unterschiedlichen Textfarben helfen muss. Bei der gemeinsamen Arbeit an einem Notizbuch nervt auch, dass die Synchronisation zwar nahezu geräuschlos funktioniert, aber für eine schnelle Zusammenarbeit zu langsam ist. Hier ist und bleibt GoogleDocs das Tool der Wahl.

Privat bin ich noch nicht papierlos. Das liegt vor allem daran, dass ich für mein Nebengewerbe viele Rechnungen und Belege noch immer in eine Ablage auf meinem Schreibtisch stecke, um sie später für die Steuererklärung zu erfassen. Liebend gerne würde ich alle Rechnungen einscannen oder – wenn sie eh als PDF per E-Mail kommen – direkt in Evernote schicken. Meine Sorge ist aber, dass Händler und das Finanzamt diese rein digitalen Rechnungen im Zweifel nicht anerkennen.

Was noch fehlt: GTD und Market-Produkte versandkostenfrei

Evernote eignet sich aus meiner Sicht ideal als Gedächtniserweiterung, denn es speichert so gut wie alles, was sich irgendwie digitalisieren lässt und erlaubt einen einfachen und mobilen Zugriff. Evernote eignet sich aber aus meiner Sicht nicht als Tool für die Todo-Liste. Zwar kann man Notizen mit einer Erinnerung versehen und man kann auch Einträge in einer Notiz um Check-Boxen ergänzen, aber zur Umsetzung der Getting-Things-Done-Methode ist das alles zu wenig. Ich hoffe, dass Evernote an dieser Stelle besser wird. So lange bleibe ich bei Omnifocus, einer Mac- und iOS-Lösung.

Gerne würde ich auch die nützlichen Produkte aus dem Evernote-Market kaufen, darunter ein Stift für das iPad und eine praktische Notebook-Tasche. Die Preise sind allerdings gesalzen und für deutsche Kunden kommen noch Steuern und Porto dazu, weil Evernote die Artikel direkt aus den USA verschickt. Das macht den Market aus meiner Sicht endgültig uninteressant für Kunden in Deutschland.

Blog-Parade: Wie träumt Ihr Euch die Medien der Zukunft

Anita Grasse hat auf ihrer Website eine Blog-Parade mit der Frage “Wie träumt Ihr Euch die Medien der Zukunft” gestartet und hier sind meine Gedanken zu dem Thema.

Vorab: Ich bin ein News-Junkie und deshalb intensiver Twitter-User und RSS-Feed-Leser. Morgens und im Auto läuft das Radio (fast immer SWR3, sonst WDR2 oder WDR5) und tagsüber surfe ich alle paar Stunden zu einigen Nachrichten-Portalen, um die Lage im Blick zu behalten. Abends schaue ich dann häufig das heute journal und einmal in der Woche lese ich den Spiegel – auf dem iPhone.

Personalisierung und On Demand

Trotzdem habe ich häufig das Gefühl, die für mich wichtigen Informationen zu verpassen. Morgens vor dem Aufstehen würde ich gerne eine Zusammenfassung der Nachrichtenlage hören, aber immer wieder werde ich vor oder nach den Nachrichten von unserem Sohn geweckt und verpasse so die 5-Minuten-Nachrichten im Radio.

Wenn ich im Bad bin, interessieren mich primär zwei Fakten: Wie wird heute das Wetter und wie gut komme ich zur Arbeit. Wie genial wäre es, wenn mein Spiegel diese Informationen anzeigen könnte. Idealerweise mit dem Hinweis, dass ich Gas geben sollte, weil ich laut Büro-Kalender um 9.30 Uhr einen Termin habe und die A46 voll ist. Nebenbei könnte mich der Spiegel – oder der Kleiderschrank – darauf hinweisen, dass ich einen wichtigen Termin habe und deshalb Anzug statt Jeans tragen sollte. Heute renne ich des öfteren auf der Suche nach meinem Handy durch die Wohnung, um diese Informationen zu bekommen.

Kurz: Ich möchte die für mich relevanten Informationen zum richtigen Zeitpunkt bekommen, ohne sie gezielt abfragen zu müssen.

Dazu gehört für mich auch, dass ich jederzeit die Möglichkeit habe, mich über bestimmte Themen detaillierter zu informieren – jetzt oder später. Wie praktisch wäre es zum Beispiel, wenn ich im Radio ein kurzes Update zu einem Thema hören würde und die Möglichkeit bekäme, dieses Thema zu abonnieren? Nebenbei wäre die Information auch für Redaktionen interessant, weil man dann ständig wüsste, was die Leute interessiert und ob ein Thema schon “durch” ist.

Bitte keine Wiederholungen

Ein anderes Ärgernis, das sich hoffentlich lösen lässt: Ich brauche keine Wiederholung ein und der selben Information. Und ich muss bei reinen Fakten nicht mehrere Quellen lesen. Das ist ein Punkt, der mich bei meinem RSS-Reader massiv stört: Taucht irgendwo auf der Welt ein neues Apple-Gerücht auf, liest man davon erst bei Twitter, dann auf US-Seiten und dann – ein paar Stunden oder gar Tage später – liefern deutsche Redaktionen eine Übersetzung ohne weitere Details. Wie praktisch wäre es, wenn eine Software daraus die Originalquelle und zusätzlich Infos aus anderen Quellen zusammenfassen könnte.

Deutsche Zeitung oder australischer Blogger?

Insgesamt 103 Nachrichten-Quellen überwache ich dank RSS-Reader, dazu kommen Tweets von 603 Twitter-Usern. Ob eine gute Nachricht aus einer klassischen Redaktion stammt oder von einem australischen Blogger interessiert mich offen gestanden immer weniger. Entscheidend ist, ob die Information für mich nützlich und der Text gut geschrieben ist.

Bezahlen? Ja, klar!

Ein Dienst, der mir die richtigen Infos zur richtigen Zeit ohne lästige Wiederholungen liefern könnte, würde selbstverständlich von mir auch dafür bezahlt. Auch, weil ich enorm viel Zeit sparen und Komfort hinzugewinnen könnte.

Blogparade: Was ich mit 1 Millionen Euro machen würde

Jochen Mai hat auf Karrierebibel.de zu einer Blogparade aufgerufen. Seine Frage: “Was würden Sie mit einer Millionen Euro machen?” Unter allen Teilnehmern, die bis 27. April 11 Uhr, einen Beitrag zu dem Thema verfassen, verlost er zehn Jahreslose der Deutschen Fernsehlotterie.

Wenn ich in den Medien höre, dass ein Lotto-Gewinner ein oder mehrere Millionen gewonnen hat, spiele ich mein Szenario für den Fall kurz durch:

  • Im ersten Schritt würde ich den Wohnungskredit mit einem Schlag abbezahlen. Egal, was danach passiert, das “Thema” wäre vom Tisch.
  • Die Versuchung wäre natürlich groß, meinen Golf gegen einen Porsche 911 zu tauschen. Denn, Hand aufs Herz: Ich mache mir zwar wenig aus Autos, weil ich damit in erster Linie von A nach B kommen möchte, aber wenn das Geld plötzlich da wäre, wäre der Reiz wohl größer als die Vernunft.

Nach diesen zwei Investitionen würde ich den Rest des Geldes sicher anlegen. Welch Trauerspiel, dass es dafür derzeit kaum Zinsen gibt. Rechnet man mit zwei oder drei Prozent Rendite, wäre das Geld leider kein Ersatz für einen richtigen Job. Zumal man den Gewinn versteuern müsste. Aber gut, der ein oder andere Luxus mehr wäre dann drin. Zum Beispiel eine Tankfüllung für den Porsche. :-) Oder mal wieder eine tolle Kreuzfahrt mit Aida.

Auswandern oder den Job bei RP ONLINE kündigen? Beides für mich keine Option. Denn letztlich reizt es mich mit an der Zukunft des Journalismus zu arbeiten. Und das Haus in Sausolito sowie die Penthouse-Wohnungen in New York und Hamburg wären mit einer Millionen Euro eh nicht zu finanzieren.

OX App Suite: Moderne Oberfläche kann mit Gmail mithalten

Es ist ein Dilemma: GMail hat die wohl modernste und ansprechendste Oberfläche aller Webmail-Dienste. Kein Wunder, dass gefühlt jeder Online-Nerd in Deutschland seien E-Mails damit verwaltet. Die Kehrseite der Medaille ist, dass man seine Daten auf US-Servern speichert und jede E-Mail zwecks einer besseren Werbeplatzierung gescannt wird. Deshalb habe ich mich vor Monaten entschieden, GMail zu verlassen und meine E-Mails bei 1&1 zu speichern. (Zwischenzeitlich bin ich weitergezogen zu DomainFactory!)

Zwei Nachteile machten mir den Wechsel (siehe Blog-Post!) schwer: 1&1 bietet maximal 2 GByte Speicherplatz im Postfach (GMail aktuell 15 GByte) und die Web-Oberfläche von 1&1 erinnert an Netscape 1.0. Basis dieser Mail-Oberfläche ist OpenXchange, das sich als Exchange-Alternative sieht. Mit OX App Suite gibt es längst einen Nachfolger, aber bislang hat 1&1 seine Server nicht aktualisiert. Wie schön zu erfahren, dass NetCologne jetzt vorgeprescht ist und seit wenigen Wochen seinen Kunden OX App Suite-Accounts anbietet. Die Firma OpenXchange hat mich eingeladen, die neue Oberfläche kostenfrei zu testen.

Zwei Screenshots zeigen wohl am besten, wie dramatisch die Verbesserungen an der Oberfläche sind:

Nach dem Einloggen landet man direkt auf dem Portal, das sich mit RSS-Feeds und anderen Widget personalisieren lässt. Feine Sache für User, die iGoogle vermissen und nicht gleich zu Netvibes wechseln wollen.

Die gesamte Oberfläche wirkt sehr modern und auf Wunsch kann man auch Kalender- und Kontakte mit OX App Suite verwalten. Wer bei NetCologne 5,90 Euro im Monat draufzahlt, kann dann auch iPhone und andere Geräte mit seinem OX App-Account synchronisieren. Nebenbei bekommt man in dem “Groupware”-Paket 50 GByte Speicherplatz für seine Daten. In zwei Zwischenstufen lässt sich der Speicherplatz von den kostenfreien 1 GByte auf 5 GByte (1,90 Euro/Monat) bzw. 25 GByte (3,90 Euro/Monat) erweitern.

Zum Vergleich: 1&1 verlangt für einen Exchange-2013-Account mit 25 GByte Speicherplatz und Synchronisation zum Smartphone 9,99 Euro/Monat (in den ersten 12 Monaten 6,99 Euro/Monat).

“Special.T” – die Nespresso-Maschine für Tee

 

Ja, ich war skeptisch als ich im Düsseldorfer Nespresso-Laden an der Kö die Tee-Maschine aus dem Hause Nestlé entdeckte: Tee aus der Maschine soll schmecken? Dann bot mir die Dame einen Pfefferminz-Tee an und was soll ich sagen, das Heißgetränk schmeckte sehr gut. Für mich deutlich besser als der Teebeutel, den ich ab und zu ins heiße Wasser tauchte. Als Nestlé dann vor ein paar Wochen Bestandskunden 50-Euro-Gutscheine für eine Special-T-Maschine schenkte, griff ich zu.

Mit der Special-T hat der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé das Nespresso-Prinzip auf Tee übertragen: Kapsel rein, Knopf drücken und nach wenigen Minuten ist das Getränk fertig. Auch die Nachteile sind gleich: Die Kapseln sind teuer und der Müllberg groß. Und natürlich ist es schon ziemlich verrückt, rund 100 Euro für eine Maschine auszugeben, wo doch ein Wasserkocher um die 20 Euro kostet.

Mich überzeugen Geschmack und Komfort: Habe ich zuvor nur selten Tee gekocht und dann gerne mal den Beutel viel zu lange ziehen lassen, ist Tee kochen mit der Special T super einfach. Und der Tee schmeckt: Ich trinke gerade einen Pfefferminz-Tee, der kräftiger im Geschmack ist als das Pendant von Teekanne. Morgens gibt es Blueberry Muffin, einen aromatisierten Schwarztee.

Das sagen die Anderen

Nicht alle Tester sind von der Special T begeistert. Die Stiftung Warentest schreibt: “Bequem ist der Tee aus der Kapsel ohne Frage. Er schmeckt auch genauso intensiv wie aus einem hoch­wertigen Teebeutel. Aber der Kapseltee kostet mit 37 Cent pro Tasse deutlich mehr als Tee aus dem Beutel oder klassisch aus Teeblättern aufgebrüht. Weitere Nachteile: Es entsteht viel Kapselmüll und der Teetrinker bindet sich an einen einzigen Anbieter.”

Die Schweizer Konsumentenmagazin Saldo hat Tee-Experten und -Laien zu einem großen Teste eingeladen. Das Fazit ist negativ: “Die Jury ist sich nach der Degustation einig: Niemand würde Special-T kaufen. Of- fener Tee sei charaktervoller, individueller, interessanter.” Den kompletten Artikel finden Sie hier als PDF-Datei.