Action statt Reflexion – schade (Filmkritik Source Code)

Seit dem 11. September 2001 spielen US-Filmproduzenten ein Thema immer wieder durch: Was wäre, wenn man die Minuten vor einem Terroranschlag erneut durchleben könnte? Würde dies die Ermittlungen vereinfachen und die Täter schneller hinter Gitter bringen? Und immer wieder stecken ihre Hauptdarsteller im Film schnell in einer Zwickmühle: Sollen Sie nur beobachten – oder können sie eingreifen, um zumindest eine schöne Frau – und nach Möglichkeit auch alle anderen Opfer des späteren Anschlags – zu retten?

Die Handlung

Nach „Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit“ nun also „Source Code“. Dieser Film ist deutlich einfacher gestrickt: Jack Gyllenhaal (bekannt aus „The Day after tomorrow“) wacht in einem Zug auf, der auf Chicago zufährt. Acht Minuten später explodiert der Zug – und Colter Stevens wacht in einer dunklen Zelle auf. Eine Person am Bildschirm erklärt ihm, dass der Zug durch einen Attentäter in die Luft gesprengt wurde – und er durch die Zeitreisen versuchen soll, dem Täter auf die Spur zu kommen. Wiederholt wird der US-Soldat in die Vergangenheit geschossen – und kommt dem Attentäter langsam auf die Spur. Das Attentat auf den Zug kann er damit zwar nicht verhindern – aber einen zweiten Anschlag mit einer schmutzigen Bombe, die der Mann in der Innenstadt von Chicago zünden wollte.

Mit Hilfe der hübschen Zug-Nachbarin Christina Warren (Michelle Monaghan, bekannt aus „Mission Impossible III“ und „Mr. und Mr. Smith) muss der Zeitreisende aber auch entdecken, dass er im echten Leben vor zwei Monaten in Afghanistan für tot erklärt wurde und seither vom US-Militär für das Source-Code-Projekt benutzt wird. Kein Wunder also, dass er zunehmend verbittert wird – und auf der anderen Seite versuchen möchte, die schöne Frau zu retten.

Die Kritik

Schade, dass sich Regisseur Duncan Jones (der Sohn von David Bowie) auf die Action im Film beschränkt und sich zu wenig Zeit nimmt, das Für und Wider solcher Zeitreisen-Technik zu ergründen. Die Kritik an dem Verfahren – und am Projektleiter, dem es wohl nur um seine Karriere geht – kommt einfach zu kurz. Und der Zuschauer verliert bei all den Zeitreisen die Orientierung. Am Ende gibt es ein Happy End – das wohl eine Tür für einen zweiten Teil öffnet. Lieber nicht.

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