Darf ein Staat foltern? (Filmkritik Unthinkable)

Die Ausgangslage des Films ist einfach: Ein zum Islam konvertierter US Amerikaner erklärt, drei schmutzige Bomben (also mit Nuklearmaterial) in drei amerikanischen Großstädten platziert zu haben. Gehen die Bomben hoch, würden sechs bis zehn Millionen Menschen sterben. Kurz nach dem Absenden des Videos lässt sich der Mann von der Polizei festnehmen und wird vernommen. Er sagt aber nichts, so dass FBI und ein „freier“ Verhörspezialist der sich nur H nennt (super gespielt von Samuel L. Jackson) das Verhör übernehmen.

 

Während die FBI Agentin Helen Brody (Carrie-Anne Moss – die Frau aus Matrix) vehement für die Einhaltung der Menschenrechte kämpft, verweist H. immer wieder auf den drohenden Tod von zehn Millionen Menschen und vertritt den Standpunkt, dass ein Terrorist keine Menschenrechte hat. Obwohl er – mit Billigung von „ganz oben“ – den Terroristen Yusuf (Michael Sheen) foltert, verrät dieser nichts. Die Diskussion wird immer verbissener geführt, zumal H. keine Grenzen kennt und immer brutaler wird.

Der Film – der es in Deutschland nie in die Kino schaffte – wirft eine spannende Frage auf. In Deutschland erinnert er an de Fall des entführten Bankiersohns, dessen Entführer von der Polizei Folter angedroht (!!) wurde, um das Versteck des Jungen zu finden. Zu diesem Zeitpunkt wusste niemand, dass dieser schon tot war.

Das Ende des Films lässt die Frage, ob brutale Folter in einer solchen Situation erlaubt ist, offen.

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