Zum Inhalt springen

Artikel aus der Kategorie ‘Amazon’

Lesetipp: Die Amazon-Formel

Warum ist Amazon weltweit so erfolgreich? Patrick Breitenbach nennt zehn Argumente, die für ihn die “Amazon-Formel” ergeben. Darunter: Das Preis-Versprechen, das gigantische Angebot und die versandkostenfreie Lieferung. Ein weiteres Argument ist aus seiner Sicht das zeitlose Design. Amazon ist nicht besonders schön, aber extrem einfach zu bedienen und das seit Jahren.

Vier Argumente gegen E-Books

Vergangene Woche habe ich mich über den Contra-Kommentar in der Neuen Westfälischen aufgeregt. Die These des Autors: Nur mit einem echten Buch kann man mit schönen Frauen ins Gespräch kommen und die Lesezeichen im echten Buch lassen Urlaubserinnerungen aufleben. Ohne Worte.

Was spricht wirklich gegen E-Books? Aus meiner Sicht vier Argumente:

  1. Ein E-Book-Lesegerät ist teuer. Ein Kindle kostet mindestens 99 Euro, dazu kommen 15 Euro für ein Netzteil (wer will das Gerät schon am Computer aufladen) und eine Hülle (rund 30 Euro).
  2. E-Books sind an eine Plattform gebunden: Ähnlich wie bei iTunes kann man bei Amazon die Bücher nicht einfach auf eine andere Plattform mitnehmen oder als PDF abspeichern.
  3. E-Books lassen sich nicht verleihen. Wenn also Freunde oder Kollegen das selbe Buch lesen möchten, kann man es nicht einfach weitergeben. Technisch wäre das sicher problemlos möglich – aber die E-Book-Händler setzen wohl darauf, auf diese Weise die Verkaufszahlen zu erhöhen. Oder räumen ihnen die Verlage die entsprechenden Rechte nicht ein?
  4. E-Book-Lesegeräte brauchen Strom und einen Internet-Zugang. Ok, die Akkulaufzeit erinnert an gute alte Nokia-Geräte, trotzdem muss das Gerät irgendwann an die Steckdose. Zum Herunterladen von Büchern braucht man einen Internet-Zugang, per WLAN oder UMTS.

Kein Contra-Argument ist aus meiner Sicht die Tatsache, dass man auf einem Bildschirm liest: E-Book-Reader sind leichter und dünner als normale Bücher – und das Bildschirm ist dank E-Ink-Technologie deutlich besser für die längere Lektüre geeignet als das iPad.

Verkauf von E-Books in den USA explodiert, Deutschland hinkt hinterher

In den USA waren 2011 rund 15 Prozent der verkauften Bücher E-Books. Der Umsatz verdoppelte sich auf 2 Milliarden US-Dollar (rund 1,7 Milliarden Euro). Das geht aus einer Untersuchung des US-Verlegerverbandes hervor, aus der derStandard.at zitiert.

Deutschland hinkt deutlich hinterher: Laut Handelsblatt.com erwarten die Buchhändler, dass elektronische Bücher rund 1,2 Prozent des Einnahmen ausmachen. Spannend wäre, wie viel Umsatz Amazon inzwischen in Deutschland mit seinen elektronischen Büchern macht. Aber die Zahl gibt der weltgrößte Online-Shop nicht preis.

Computer Bild: Kindle soll Lesegeschwindigkeit auswerten

Jeder, der bei Amazon einkauft, kennt das: Hat man zum Beispiel das Buch eines Autors gekauft, werden kurz darauf weitere Bücher des Schreibers empfohlen. Und interessiert man sich für Krimis, werden einem verstärkt Bücher dieses Genre angeboten. Laut Computer Bild geht Amazon bei den Nutzern des Kindle einen Schritt weiter und erfasst auch, wie schnell ein Buch gelesen wird und an welchen Stellen der Anwender Notizen macht. Etwas merkwürdig klingt allerdings der Tipp, um diese Sammelei zu erschweren: Computer Bild empfiehlt seinen Kunden, nach dem Download des Buches die Datenverbindung zu kappen – oder Gratis eBooks aus anderen Quellen zu beziehen.

Sollte Amazon wirklich die Lesegeschwindigkeit und die Notizen seiner Kindle-User messen, dürfte ein Abschalten der Datenverbindung kaum ein Hemmschuh sein. Das Gerät wäre sicher in der Lage, die Daten offline zu sammeln und bei der nächsten Synchronisation an Amazon zu übertragen. Und spätestens beim nächsten Buchkauf muss man mit dem Gerät eh wieder online gehen.

Spannender finde ich die Frage, warum Amazon die Lesegeschwindigkeit auswerten möchte? Soll so der perfekte Zeitpunkt für die nächste Lese-Empfehlung ermittelt werden? Wenn dem so ist, funktioniert die Technik zumindest bei mir überhaupt nicht: Ich bekomme immer wieder Empfehlungen für Bücher, deren Vorschau ich längst heruntergeladen habe – und das zu einem Zeitpunkt, an dem ich das vorher gekaufte Buch noch nicht einmal zu 30 Prozent gelesen habe.

Ich habe den Amazon Kundenservice angemailt und gefragt, ob diese Daten wirklich gesammelt werden und wie man dies abschalten kann.

Update: Der Amazon-Kundenservice hat mir auf Anfrage mitgeteilt, dass die Lesegeschwindigkeit nicht gespeichert wird. Amazon synchronisiert nur die zuletzt gelesene Seite, damit Kunden auf anderen Geräten nahtlos weiterlesen können. Diese Einstellung (die übrigens sehr nützlich ist) kann man unter “Mein Konto” abschalten. Die Notizen werden – auf Wunsch – veröffentlicht und automatisch über mehrere Endgeräte verteilt. Auch das eigentlich eine praktische Funktion. Klingt für mich nach einem falschen Alarm von Computer Bild. Ähnlich wie die Dropbox-Sicherheitslücken. :-)

Amazon in Graben: Mitarbeiter kritisieren Druck und Überwachung

Das sind die Schattenseiten des Amazon-Erfolges: Nachdem es kurz nach der Eröffnung des Logitikzentrums in Rheinberg schon Kritik an den Arbeitsbedingungen gab, hat die Augsburger Allgemeine jetzt die Kritik der Mitarbeiter im nahegelegenen Graben aufgeschrieben. Die Mitarbeiter, die anonym bleiben möchten, berichten von einem ständigen Druck zu schnellerem Arbeiten und andauernder Kontrolle. Gespräche unter Kollegen werden demnach nicht gerne gesehen.

Amazon.com will Pakete künftig am selben Tag zustellen

Lange Zeit hat Amazon in den USA nur wenige Zustellzentren betrieben, vorwiegend in Bundesländern mit niedrigen Steuern. So konnten die in den USA üblichen lokalen Steuern vermieden werden. In dem Punkt vollzieht Amazon jetzt offenbar eine Kehrtwende: Wie Slate.com berichtet, investiert Amazon viele Millionen US-Dollar, um neue Zustellzentren in der Nähe der großen Städte wie New York, San Francisco und Los Angeles zu eröffnen. Mit vielen Bundesländern hat Amazon zudem Vereinbarungen getroffen, um die lokalen Steuern abzuführen. Warum das Ganze? Amazon möchte offenbar seine Kunden künftig noch am selben Tag beliefern – und nicht ein bis zwei Tage später. Das dürfte eine ernsthafte Gefährdung für den lokalen Handel sein, deren Vorteil die sofortige Verfügbarkeit aller Produkte war.

In Deutschland bietet Amazon die Lieferung am selben Tag schon länger an. Allerdings ist das Angebot auf wenige Postleitzahl-Bereiche begrenzt und kostet 5 (für Prime-Kunden) bzw. 13 Euro (für Nicht-Prime-Kunden) extra.

Best Buy: Exklusive Bar-Codes gegen Online-Shopper

Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon mal bei Saturn und Co das iPhone gezückt, um den Preis des Produktes bei Amazon oder anderen Online-Portalen zu prüfen? Im Weihnachtsgeschäft 2011 hatte Amazon seine US-Kunden sogar mit einem 5-Dollar-Gutschein gelockt, wenn sie einen Barcode im Laden scannen – und das Produkt dann online bestellen (siehe Channelpartner.de). Nebenbei dürfte Amazon auf diese Weise viele Preise aus dem stationären Handel bekommen haben.

“Showrooming”

Die US-Elektronikkette Best Buy hat sich nun einen neuen Trick zur Abwehr solcher Kunden ausgedacht. Wie eTailment.de berichtet, rüstet das Unternehmen seine Produkte mit exklusiven Barcodes aus, die von Amazon- und Co nicht erkannt werden. Entsprechend bekommt der Kunde auch keinen Vergleichspreis genannt. Saturn praktiziert nach meiner Beobachtung schon länger einen ähnlichen Trick: Leicht modifizierte Produkte werden unter einer anderen Produktbezeichnung verkauft – und lassen sich so schlechter vergleichen.

Die Frage ist: Wird dies den Einzelhandel retten? Letztlich macht es den Preisvergleich schwieriger – weckt aber auch einen gewissen Jagdtrieb beim Kunden.

Selbst-Publisher dominieren Amazon-Kindle-Verkaufsstatistik

Vorab: Meine Magisterarbeit (2004) trug den Titel “Einfluss des Internets auf die Arbeit von (Literatur-) Autoren”. Eine These damals: “Die Autoren haben mit dem Internet erstmals die Möglichkeit, ihre Werke unter Umgehung des Verlages zu veröffentlichen. Ein Verlag muss in dieser Situation also seine Kompetenz und Marktkenntnis hervorheben, um auch weiterhin Ansprechpartner für Autoren zu sein.

Ein Vortrag von Wolfgang Tischler von Literaturcafe.de zeigt, dass viele Verlage dies nicht verstanden haben: Immer mehr Autoren veröffentlichen ihre Bücher ohne Verlag – zum Beispiel bei Amazon als eBook. Das kostet nichts und gute Bücher bekommen gute Kritiken, was ihren Verkauf ankurbelt.Und weil Amazon 70 Prozent der Verkaufserlöse an den Autor ausschüttet, verdient dieser nicht selten sogar mehr als wenn er sein Buch zu einem deutlich höheren Preis bei einem Verlag veröffentlicht hätte.

Aber warum sehen die Verlage die Gefahr nicht? Tischler argumentiert, dass die normalen Verkaufscharts nur die Verlagstitel präsentieren während die Amazon-Verkaufsstatistik auch Bücher von Selbstpublishern enthalten und diese verkaufen sich – auch aufgrund niedriger Preise – sehr gut. “Wer sein Medienbudget auf Bücher verteilt, wird sich also überlegen, ob er nur ein Buch eines Verlages kauft, das ihn vielleicht enttäuscht, oder für das gleiche Geld besser 10 verschiedene Titel von Selfpublishern.” Eine kurze Auswertung der aktuellen Top10 für eBook (Samstag, 30. Juni 2012) zeigt: Nur drei Titel sind in einem klassischen Verlag erschienen.

Ich habe selbst in der jüngsten Zeit Bücher für meinen Kindle 3G   geladen, die nicht von einem klassischen Verlag veröffentlicht wurden. Und, was soll ich sagen: Tolle Unterhaltung, die mir ein paar schöne Stunden beschert hat. Und wenn mir mal ein Buch nicht gefiel – jüngst passiert bei Gehirnwäsche Arbeitsamt – nimmt Amazon das Buch innerhalb von Minuten elektronisch zurück und erstattet den Kaufpreis.

Buchverlage sollten die Konkurrenz dringend ernst nehmen, denn sonst übernimmt Amazon die Auswahl und Veröffentlichung der Werke. Gute Werke werden dann von der Masse entdeckt und nicht mehr von Lektoren.

Thalia und Hugendubel verkaufen immer weniger Bücher

Interessanter Bericht in der FAZ über die Bücher-Kaufhäuser in der Krise: Thalia und Hugendubel – die vor Jahren die kleinen Buchhändler in Schwierigkeiten brachten – haben jetzt selbst Probleme. Der Umsatz sinkt, Filialen werden geschlossen und die verbliebenen Filialen machen weniger Umsatz mit Büchern.

Dabei ist die Leselust groß wie selten. Jeder zweite gibt an, gern zum Buch zu greifen. Allein, es hilft den Ketten wenig. Denn Händlerin Hugendubel hat entsetzt beobachtet: „Unsere Kundschaft muss Zeit sparen.“ Die vielbeschäftigten Deutschen ordern im Netz: Fünf Jahre, und jedes zweite Werk verkaufe sich online, fürchten die Händler. 

Großer Profiteur dieser Entwicklung ist Amazon. Inzwischen soll das Unternehmen rund 4 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland machen, davon 3 Milliarden mit Medien. Und während die Ketten leiden, halten sich die kleinen Buchhändler. Die, die ihnen den Garaus machen sollten, stecken nun selbst in der Krise.

Barnes & Noble eröffnet Niederlassung in Deutschland

Der Amazon-Konkurrent Barnes & Noble hat eine deutsche Niederlassung eröffnet. Netbooknews.de vermutet, dass der US-Konzern keine Filialen sondern lediglich einen Online-Shop und seinen eBook-Reader starten möchte: “Das “Digital Media” im Namen deutet dann auch schon dezent daraufhin, dass B&N sicherlich nicht vorhat Buecher-Megastores quer ueber die Republik verteilt zu eroeffnen, sondern das elektronische Geschaeft mit Medien in Europa nicht verpassen will.