Amazon will Buchverlag werden – und ich denke an meine Magisterarbeit

Eine Meldung bei Spon („Amazon: Der unheimliche Verlag„) ließ mich spontan an meine Magisterarbeit aus dem Jahre 2004 denken. Schon damals hatte mich der Online-Virus gepackt und so schrieb ich eine Arbeit über den „Einfluss des Internets auf die Arbeit von Autoren“ (Romanistik, Literaturwissenschaften). Und schon damals beschäftigte ich mich in einem Kapitel mit dem Einfluss von Amazon auf Autoren. Mein Fazit: „Die Leidtragenden sind letztendlich die Leser. Die Leser leiden darunter, wenn sich der Buchmarkt immer stärker auf wenige Beststeller konzentriert.“ 

Und genau das könnte sieben Jahre später wirklich passieren: Weil sich Amazon nun vom Buchhändler zum Buchverlag wandelt und den Autoren deutlich mehr Beteiligung zahlt, wird es für Kleinverlage zunehmend schwer, junge Autoren mit kleinen Auflagen ins Programm aufzunehmen. Denn Amazon gibt bis zu 70 Prozent der E-Book-Erlöse an die Autoren weiter, normale Verlage gerade mal 5 bis 15 Prozent.  Wollen die klassischen Buchverlage ihre Autoren nicht an Amazon verlieren, müssen sie sich der Marktmacht beugen und mehr Beteiligung zahlen. Das hätte dann aber zur Folge, dass sich die Verlage nur auf die großen Bestseller konzentrieren könnten.

Ich muss allerdings einräumen: Eine solche Wandlung von Amazon habe ich damals nicht erwartet. Wohl aber, dass Amazon durch seine Marktmarkt den Verlagen die Konditionen diktieren könne, um so zum Beispiel mehr Rabatte beim Buchkauf zu bekommen. Also, knapp daneben, aber hey, es war 2004. 🙂

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