Computer Bild: Kindle soll Lesegeschwindigkeit auswerten

Jeder, der bei Amazon einkauft, kennt das: Hat man zum Beispiel das Buch eines Autors gekauft, werden kurz darauf weitere Bücher des Schreibers empfohlen. Und interessiert man sich für Krimis, werden einem verstärkt Bücher dieses Genre angeboten. Laut Computer Bild geht Amazon bei den Nutzern des Kindle einen Schritt weiter und erfasst auch, wie schnell ein Buch gelesen wird und an welchen Stellen der Anwender Notizen macht. Etwas merkwürdig klingt allerdings der Tipp, um diese Sammelei zu erschweren: Computer Bild empfiehlt seinen Kunden, nach dem Download des Buches die Datenverbindung zu kappen – oder Gratis eBooks aus anderen Quellen zu beziehen.

Sollte Amazon wirklich die Lesegeschwindigkeit und die Notizen seiner Kindle-User messen, dürfte ein Abschalten der Datenverbindung kaum ein Hemmschuh sein. Das Gerät wäre sicher in der Lage, die Daten offline zu sammeln und bei der nächsten Synchronisation an Amazon zu übertragen. Und spätestens beim nächsten Buchkauf muss man mit dem Gerät eh wieder online gehen.

Spannender finde ich die Frage, warum Amazon die Lesegeschwindigkeit auswerten möchte? Soll so der perfekte Zeitpunkt für die nächste Lese-Empfehlung ermittelt werden? Wenn dem so ist, funktioniert die Technik zumindest bei mir überhaupt nicht: Ich bekomme immer wieder Empfehlungen für Bücher, deren Vorschau ich längst heruntergeladen habe – und das zu einem Zeitpunkt, an dem ich das vorher gekaufte Buch noch nicht einmal zu 30 Prozent gelesen habe.

Ich habe den Amazon Kundenservice angemailt und gefragt, ob diese Daten wirklich gesammelt werden und wie man dies abschalten kann.

Update: Der Amazon-Kundenservice hat mir auf Anfrage mitgeteilt, dass die Lesegeschwindigkeit nicht gespeichert wird. Amazon synchronisiert nur die zuletzt gelesene Seite, damit Kunden auf anderen Geräten nahtlos weiterlesen können. Diese Einstellung (die übrigens sehr nützlich ist) kann man unter „Mein Konto“ abschalten. Die Notizen werden – auf Wunsch – veröffentlicht und automatisch über mehrere Endgeräte verteilt. Auch das eigentlich eine praktische Funktion. Klingt für mich nach einem falschen Alarm von Computer Bild. Ähnlich wie die Dropbox-Sicherheitslücken. 🙂

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