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Content Syndication versus SEO (SEO Campixx-Vortrag)

„Das Hotel ist aber ziemlich abseits. Also, wenn Sie Berlin besichtigen möchten …“ erklärte mir der Taxi-Fahrer auf dem Weg zur SEO Campixx. Vermutlich ist aber gerade diese Abgeschiedenheit eine der Erfolgsrezepte der jährlich im März stattfindenden SEO-Veranstaltung von Seonaut Marco Janck. Rund 460 SEOs aus ganz Deutschland hocken ein Wochenende zusammen, halten Vorträge und – ganz wichtig – tauschen sich aus. Auf Außenstehende wirkt es wie ein großes Familientreffen – bei dem alle rote T-Shirts tragen und über merkwürdige Themen sprechen.

In diesem Jahr habe ich über das Thema „Content Syndication versus SEO“ referiert. Eins vorweg: Für dieses Problem gibt es keine perfekte Lösung, denn der Kunde kauft den Content auch deshalb, um damit bei Google zu ranken. Ein einfaches „Noindex“ in den Seiten wird in der Regel nicht akzeptiert. Was dann? Aus meiner Sicht gibt es verschiedene Möglichkeiten, die ich im folgenden kurz vorstellen möchte.

  • Canonical Tag
  • Syndication Tag
  • Backlinks

Das Canonical-Tag wird von Google und Bing unterstützt und ist sicher die einfachste Methode, um den Bots mitzuteilen, statt der gefundenen URL eine andere URL zu favorisieren. Google hat im Dezember 2009 verkündet, man nutze das Canonical Tag jetzt auch domainübergreifend. Über einen Crossdomain-Support bei Bing konnte ich trotz intensiver Suche nichts finden. Während Bing das Canonical Tag nur als „Tipp“ wertet („This tag will be interpreted as a hint by Live Search, not as a command“, geht Google einen Schritt weiter:  „It’s a hint that we honor strongly.“ (siehe „Specify your canonical„).

Das Syndication Tag klingt zunächst verlockend. Mit zwei Parametern kann man Google mitteilen, was die Originalquelle („syndication-source“) für einen Bericht war und von wem die Information („original-source“) kam. Klingt gut, hätte Google seine Ankündigung nicht gleich wieder relativiert. Demnach wird das Canonical Tag bevorzugt und das Syndication-Tag befindet sich noch in der Erprobungsphase.

Der klassische Backlink ist eine weitere mögliche Lösung für das Problem: Unter jedem Artikel, den der Content-Partner übernimmt, wird ein Link zur Originalquelle platziert. Das kann dezent geschehen – und doch findet der Googlebot so einen Hinweis auf die Originalquelle. Nebenbei entsteht so ein schöner Backlink von einer themenrelevanten Seite. 🙂

Letztlich muss man mit dem Kunden gemeinsam diskutieren, welcher der genannten Lösungen in beiderseitigem Interesse sind. Je nach Stärke der beiden Domains ist das Problem Content Syndication versus SEO anders zu bewerten. Ein Teilnehmer der SEO Campixx empfahl, unterschiedliche Preise zu verlangen: Soll der Content für Google nutzbar sein, ist er teuer.  Auch ein Weg.

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