Vier Wochen Elternzeit – einfach toll!

Ab Geburt von Jan habe ich vier Wochen Elternzeit genommen, um „den Start“ mitzuerleben. So konnte ich in den ersten Tagen nach der Geburt jeden Tag im Krankenhaus sein und danach helfen, als die Beiden wieder zu Hause waren. Was früher „Erziehungsurlaub“ hieß, wird heute zu Recht als „Elternzeit“ (und eben nicht Urlaub) bezeichnet. Denn Windeln wechseln, Einkaufen, Waschen, ab und zu Fläschen machen und das zur Not auch rund um die Uhr ist anstrengend. Aber es ist trotzdem einfach toll! Ich konnte erleben, wie der kleine Mensch lernt, seine Umgebung wahrzunehmen (ein Mobile wird am Anfang täglich neu entdeckt und dann beobachtet) und wie sich der Alltag komplett verändert. „Mal eben“ gibt es nicht mehr, und doch stört es einen nur selten.

Nun beginnt wieder der „Ernst des Lebens“: Nach einem ersten Arbeitstag am vergangenen Freitag startet morgen die reguläre Arbeitswoche. Jetzt müssen Mama und Jan tagsüber allein klar kommen, wobei die Nähe zu den Großeltern die Sache deutlich vereinfacht. Und ich werde tagsüber künftig nur noch per iMessage (mit Fotos!) erfahren, wie es zu Hause ist.

Jan – endlich ein digital native in der Familie

Was für ein Tag! Nachdem Nina zehn Tage überfällig war, hat die St. Lukas Klinik in Solingen gestern Morgen die Wehen eingeleitet. Und dann ging alles sehr schnell: Um 18 Uhr gab es die dritte Ration Cytotec – und um 20 Uhr lag Nina schon im Kreissaal – mit starken Wehen. Knapp fünf Stunden später – genau um  0.42 Uhr – hat Jan das Licht des Kreissaals erblickt. Mama und Kind geht es gut. Wir sind alle „ein bisschen“ müde aber überglücklich über das tollste Nikolaus-Geschenk unseres Lebens!!!

Jan mit seinem Baby-Smartphone

Als richtiger Digital Native hat Jan natürlich vom Papa direkt ein Smartphone geschenkt bekommen. Aber, keine Sorge: Jan wird kein Facebook-Profil und keinen Twitter-Account bekommen. :-) Aber die eigene Domain ist schon bestellt ….

Warten, warten, warten

„Du wirst Beifahrer in deinem Leben“ sagt Markus Krichenbauer immer wieder. Und Franziska Bluhm rät, die letzten ruhigen Tage zu genießen. Aber das ist alles so schwierig, wenn man schon seit Monaten auf einen Tag (den 25. November 2011) hinfiebert – und dann nichts passiert. Seither geht es alle zwei Tage zum Arzt: Ultraschall und CTG. „Dem Kleinen geht es gut“, wird uns dann attestiert – und wir bekommen einen neuen Termin für in zwei Tagen.

Um die Zahl der Nachfragen in Grenzen zu halten, gebe ich alle paar Stunden per Twitter und Facebook einen Status durch. Denn kaum ist man für ein paar Stunden ruhig, werden schon Hoffnungen geweckt und Gerüchte machten die Runde. Und wenn wir jemanden anrufen, vermelden wir zur Begrüßung „Nein, nichts Neues.“ Erst dann kann man normal mit den Leuten telefonieren, die seit Tagen bei jedem Klingeln aufspringen und denken „Jetzt ist es soweit“.

Wir üben uns in Geduld und Nina trinkt weiter fleißig Yogi-Tee, läuft durch die Gegend und macht Beckenübungen. Denn eines ist klar: „Ein Christkind wird es nicht, der kommt vorher raus“ (noch so ein Tipp der Ärztin). Na, immerhin. :-)