Siri, ich möchte mich nicht selbst auf dem iPhone anrufen

Ein alltäglicher Dialog mit meinem iPhone 5 auf der Heimfahrt:

  • Ich: „Nina Brinkmann Privat anrufen“
  • Siri: „Ich habe keine Privatnummer für Sebastian Brinkmann. Möchtest Du stattdessen die Handynummer …. wählen?“
  • Ich: „Nein“
  • Siri: „Wen möchtest Du anrufen?“

Ok, ich könnte verstehen, wenn Siri zwischen „Nina Brinkmann“ und „Sebastian Brinkmann“ nicht unterscheiden könnte, aber welchen Sinn würde es machen, mich selbst auf dem iPhone anzurufen? Nichts anderes bietet mir Siri aber gebetsmühlenartig an. Und sage ich stattdessen „Wähle Nina Brinkmann Privat“ erhalte ich die Rückfrage: „Wen möchtest Du anrufen?“

Langsam verstehe ich, warum Apple Siri weiterhin mit einem Beta-Hinweis schmückt. Bleibt die Hoffnung, dass die Langzeitspeicherung aller Siri-Nachrichten irgendwann dazu führt, dass Apple diesen Denkfehler seines Systems ausmerzt.

Arq 3 für Mac speichert Backups bei Amazon S3 und Glacier

Natürlich sichere ich meine Daten auf dem Mac mittels TimeMachine auf eine externe Festplatte. Aber was passiert, wenn ich mit meinem MacBook Air unterwegs bin oder eines Tages die (schöne neue) Wohnung abbrennt? Dann wären meine wichtigsten Daten (Fotos und Videos von Jan, private Dokumente) sicher bei Amazon in Irland gesichert. Dafür nutze ich das Programm Arq, welches in Version 3 auch den neuen Amazon-Speicherdienst Glacier nutzt.

Die Nutzung ist simpel und effektiv: Lokales Verzeichnis und Speicherort (Amazon S3 oder Glacier) auswählen, schon werden die Daten stündlich (bei S3) oder täglich (bei Glacier) in die Amazon-Wolke gesichert. Ein GByte kostet bei S3 12 US-Cent pro Monat und bei Glacier gar nur 1 Cent. Wer also 100 GByte sichern möchte, zahlt dafür zwischen 12 und 1 US-Dollar im Monat. Das ist zwar aufs Jahr gerechnet teuer als eine externe USB-Festplatte  – aber eben auch sicherer, denn Amazon garantiert eine 99,999999999 Prozent Zuverlässigkeit der Daten. Die Daten werden von Arq übrigens VOR der Übertragung zu Amazon mit einem frei wählbaren 256-bit-Schlüssel codiert.

Und die Nachteile? Nun, die Sicherung von 100 GByte dauert über eine normale DSL-Leitung ein paar Tage, aber das betrifft in den meisten Fällen nur die erste Grund-Sicherung. Die  tägliche Sicherung der seither aktualisierten Daten geht viel schneller. Und wer wie ich einen VDSL50-Anschluss nutzt, sichert 60 GByte innerhalb eines Tages.

Noch ein Wort zu Glacier: Der Amazon-Dienst soll Daten langfristig speichern. Das Rückspielen ist umständlich (Nach Anforderung der Daten verstreichen 3-5 Stunden) und wird von Amazon in Rechnung gestellt, wenn ein bestimmte Freivolumen (aktuell 5 Prozent der gesamt gespeicherten Daten) überschritten ist. Auch hier ist Arq durchdacht: Das Programm berechnet vor dem Rückspielen die Download-Geschwindigkeit und gibt an, wie viel das Rückspielen dauern wird. Und, mal Hand aufs Herz: Wer würde nicht 30 US-Dollar zahlen, wenn die lokale Datensicherung kaputt ist?

Chaos bei der Telekom III: iPhone5 trotz Premieren-Ticket nicht bestellbar

Mitte August postete Pottblog.de einen ersten Hinweis auf das Premieren-Ticket, mit dem man das iPhone5 bei der Deutschen Telekom vorbestellen könne. Sofort füllte ich das Formular aus und erhielt nach wenigen Tagen eine schicke schwarze Karte mit meinem Namen.

Am Mittwoch stellte Apple nun in San Francisco das iPhone5 vor und die Telekom informierte mich per SMS, ich müsse nichts weiter tun und würde rechtzeitig informiert. Gestern dann der Hinweis, ich möge das Telefon bis zum 18. September bestellen. Gestern Abend versuchte ich vergeblich, online das Telefon zu bestellen. Keine Chance, die Server der Telekom waren völlig überlastet. Stefan Plöchinger empfahl der Telekom per Twitter, für solche Tage zusätzliche Server bei Amazon zu bestellen.

Diese Nacht um 2 Uhr – dank Jan eh wach – habe ich einen neuen Versuch unternommen. Die Server waren schnell, doch eine Vertragsverlängerung sei erst ab November 2012 möglich. Moment? Ich hatte den Vertrag 18 Monate nach der Auslieferung des iPhone4 verlängert, aber die Telekom-Hotline hatte mir versichert, ich könne jederzeit wieder in einen Tarif mit Handy wechseln, wenn das iPhone5 herauskäme.

Heute morgen die telefonische Bestätigung nach vielen Minuten in der Warteschleife: Die Vertragsverlängerung ist erst im November 2012 möglich. Mein Premieren-Ticket kann ich mir also an den Hut stecken. Letzte Hoffnung ist wieder mal @telekom_hilft, aber die helfen auch immer seltener wirklich – siehe meine Versuche, V-DSL in der neuen Wohnung zu bekommen.

Moral der Geschichte

Die Telekom unternimmt alles, um iPhone-Kunden zu beweisen, wie mies ihr Service ist. Mit jedem iPhone wird die Telekom überrannt mit Anfragen, die sie nicht bearbeiten kann und bei einer vorzeitigen Vertragsverlängerung erhält man nicht alle Details genannt. Der einzige Hoffnungsschwimmer: Die Techniker bei der Telekom verstehen ihr Handwerk, denn das Netz ist stabil, schnell und im laufenden Betrieb machen weder Entertain noch iPhone Ärger.

Update (16. September 2012): Nach einem Hinweis auf telekom-hilft.de habe ich heute erneut bei der Hotline angerufen und direkt zu Anfang mein Premieren-Ticket erwähnt. Nach kurzer Rücksprache wollte der gute Mann nur noch wissen, welche Farbe und welche Speichergröße ich haben wolle. Bin gespannt, ob das jetzt wirklich klappt.

Apple-Fernseher wird vielleicht gar kein Fernseher

Spannende Theorie zum erwarteten Apple-Fernseher: Handelsblatt.com spekuliert, Apple entwickle keinen eigenen Fernseher, sondern wolle „nur“ das Fernsehen revolutionieren, in dem die Apple-TV-Box zu einem Ersatz für klassische Setup-Boxen entwickelt werden soll. Nicht dumm, denn auf diese Weise würde Apple in den TV-Markt einsteigen ohne ein Gerät entwickeln zu müssen, welches in vielen Haushalten viele viele Jahre im Einsatz ist und sehr sperrig ist. Beide Aspekte passen eigentlich nicht zur Apple-Philosophie: Kompakte Geräte entwickeln, die vom Kunden alle paar Jahre ausgetauscht werden.

Telekom Entertain auf iOS

Denkbar wäre, dass zum Beispiel das Entertain-Angebot der Deutschen Telekom über die AppleTV-Box abrufbar wäre. Derzeit bekommen Entertain-Kunden einen eigenen Receiver, der auf WindowsCE läuft. Die Telekom arbeitet passenderweise schon daran, ihr Entertain-Angebot auf iOS-Geräte zu bringen. Ende 2012 sollen Kunden „Entertain to go“ buchen können, um dann – zunächst in den eigenen vier Wänden – Live-Fernsehen und Aufnahmen auf iPhone und iPad sehen zu können. Wie passend, dass Apple TV in der 2. und 3. Generation mit iOS läuft.

Kleine Anekdote am Schluss: Bei Wikipedia bin ich zufällig auf einen Eintrag zum Macintosh-TV gestoßen. Demnach hat Apple zwischen 1993 und 1995 einen ersten Anlauf in den Markt der Fernseher gewagt – und nach 10.000 produzierten Geräten eingestellt.