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Artikel aus der Kategorie ‘Apple’

Siri, ich möchte mich nicht selbst auf dem iPhone anrufen

Ein alltäglicher Dialog mit meinem iPhone 5 auf der Heimfahrt:

  • Ich: “Nina Brinkmann Privat anrufen”
  • Siri: “Ich habe keine Privatnummer für Sebastian Brinkmann. Möchtest Du stattdessen die Handynummer …. wählen?”
  • Ich: “Nein”
  • Siri: “Wen möchtest Du anrufen?”

Ok, ich könnte verstehen, wenn Siri zwischen “Nina Brinkmann” und “Sebastian Brinkmann” nicht unterscheiden könnte, aber welchen Sinn würde es machen, mich selbst auf dem iPhone anzurufen? Nichts anderes bietet mir Siri aber gebetsmühlenartig an. Und sage ich stattdessen “Wähle Nina Brinkmann Privat” erhalte ich die Rückfrage: “Wen möchtest Du anrufen?”

Langsam verstehe ich, warum Apple Siri weiterhin mit einem Beta-Hinweis schmückt. Bleibt die Hoffnung, dass die Langzeitspeicherung aller Siri-Nachrichten irgendwann dazu führt, dass Apple diesen Denkfehler seines Systems ausmerzt.

Mit IPTV-Apps würde AppleTV zum Apple Fernseher

Richard Gutjahr hat es neulich auf den Punkt gebracht:  Apple muss gar keinen Fernseher verkaufen, um die TV-Welt zu revolutionieren. Er geht davon aus, dass Apple entweder eine AppleTV-Box in der Größe eines USB-Sticks herausbringt oder einfach die Streaming-Technik Airplay an TV-Hersteller lizensiert. Ich bin skeptisch, denn Apple würde damit das Live-TV unangetastet lassen – und das konsumieren ja immer noch Millionen Menschen – wenn auch über sehr verschiedene Geräte. Und warum sollten Fernseh-Hersteller Airplay lizensieren und damit den Trend zum “dummen Bildschirm” fördern? Mit Smart-TV möchte man ja in die entgegengesetzte Richtung gehen.

Ich glaube auch nicht, dass Apple einen Fernseher rausbringen wird. Die Gründe sind bekannt: Zu groß (Transportkosten!) und zu lange Lebenszeit (ein Handy wechselt man alle zwei Jahre, ein Fernseher hält ewig). Ich glaube deshalb auch, dass Apple auf die kleine schwarze AppleTV-Box setzen wird – aber sie wird für iOS-Apps geöffnet und künftig können Anbieter für IP-TV einfach Apps auf den Markt bringen.

AppleTV mit entsprechenden Apps könnte zur Schaltzentrale im Wohnzimmer werden. (Quelle: Apple)

AppleTV mit entsprechenden Apps könnte zur Schaltzentrale im Wohnzimmer werden. (Bildquelle: Apple)

Nehmen wir als Beispiel das von mir genutzte Telekom Entertain: An den Fernseher angeschlossen kann ich damit Live-TV sehen und sehr bequem – dank iOS-App oder Web-Portal auch von unterwegs – den Videorekorder programmieren. Seit Entertain ist Live-Fernsehern bei uns eine Ausnahme. Im Voraus werden Sendungen programmiert und abends gucken wir, was bereits auf der Festplatte liegt. Macht man das geschickt, hat man immer ein spannendes Programm – ganz ohne iTunes Videothek.

Der Nachteil: Unter dem Fernseher stehen nun nicht nur AppleTV und ein einfacher Bluray-Player (der gefühlt einmal im Jahr eingeschaltet wird!) sondern auch ein recht klobiger Entertain-Receiver. Würden wir zum Beispiel zu Unitymedia wechseln, müssten wir einen neuen Receiver anschaffen (oder mieten). Blöd für den Kunden! (Und eine merkwürdige Art der Kundenbindung.)

Hier könnte Apple ansetzen und AppleTV für iOS-Apps öffnen. Die Deutsche Telekom würde eine Streaming-App entwickeln und könnte so auf einen Schlag das Entertain-Angebot mehr Nutzern zur Verfügung stellen. Aufnahmen würden in der Telekom-Cloud gespeichert (könnte lizenzrechtlich problematisch werden!) und würden im Bedarfsfall auf die AppleTV-Box und von dort auf den Fernseher gestreamt. Mit “Entertain to Go” hat die Telekom die passenden Apps bereits für iPhone und iPad entwickelt, der Aufwand dürfte sich also in Grenzen halten.

Vorteil dieser Idee: AppleTV würde um das jeweilige TV-Angebot (bisher der Schwachpunkt!) erweitert und der Kunde könnte sich jeden beliebigen Fernseher kaufen, um ihn per HDMI anzuschließen. Apple würde sehr kleine und sehr kostengünstige Geräte verkaufen. TV-Hersteller könnten die Idee kaum behindern, denn ein HDMI-Anschluss ist Pflicht. IPTV-Anbieter müssten keine Receiver mehr entwickeln, sondern kostengünstige Apps und sie könnten – Highspeed-Internet vorausgesetzt – vermutlich auch Kunden anderer Netzanbieter ansprechen. Denen könnte man SD-Signale anbieten – und ihnen so schnell und einfach die Vorteile einer VDSL-Telekom-Leitung mit HD-Option schmachhaft machen.

Arq 3 für Mac speichert Backups bei Amazon S3 und Glacier

Natürlich sichere ich meine Daten auf dem Mac mittels TimeMachine auf eine externe Festplatte. Aber was passiert, wenn ich mit meinem MacBook Air unterwegs bin oder eines Tages die (schöne neue) Wohnung abbrennt? Dann wären meine wichtigsten Daten (Fotos und Videos von Jan, private Dokumente) sicher bei Amazon in Irland gesichert. Dafür nutze ich das Programm Arq, welches in Version 3 auch den neuen Amazon-Speicherdienst Glacier nutzt.

Die Nutzung ist simpel und effektiv: Lokales Verzeichnis und Speicherort (Amazon S3 oder Glacier) auswählen, schon werden die Daten stündlich (bei S3) oder täglich (bei Glacier) in die Amazon-Wolke gesichert. Ein GByte kostet bei S3 12 US-Cent pro Monat und bei Glacier gar nur 1 Cent. Wer also 100 GByte sichern möchte, zahlt dafür zwischen 12 und 1 US-Dollar im Monat. Das ist zwar aufs Jahr gerechnet teuer als eine externe USB-Festplatte  - aber eben auch sicherer, denn Amazon garantiert eine 99,999999999 Prozent Zuverlässigkeit der Daten. Die Daten werden von Arq übrigens VOR der Übertragung zu Amazon mit einem frei wählbaren 256-bit-Schlüssel codiert.

Und die Nachteile? Nun, die Sicherung von 100 GByte dauert über eine normale DSL-Leitung ein paar Tage, aber das betrifft in den meisten Fällen nur die erste Grund-Sicherung. Die  tägliche Sicherung der seither aktualisierten Daten geht viel schneller. Und wer wie ich einen VDSL50-Anschluss nutzt, sichert 60 GByte innerhalb eines Tages.

Noch ein Wort zu Glacier: Der Amazon-Dienst soll Daten langfristig speichern. Das Rückspielen ist umständlich (Nach Anforderung der Daten verstreichen 3-5 Stunden) und wird von Amazon in Rechnung gestellt, wenn ein bestimmte Freivolumen (aktuell 5 Prozent der gesamt gespeicherten Daten) überschritten ist. Auch hier ist Arq durchdacht: Das Programm berechnet vor dem Rückspielen die Download-Geschwindigkeit und gibt an, wie viel das Rückspielen dauern wird. Und, mal Hand aufs Herz: Wer würde nicht 30 US-Dollar zahlen, wenn die lokale Datensicherung kaputt ist?

Christian Ehring: “Das iPhone 5 ist scheiße” (Video!)

Auch wenn ich seit wenigen Tagen das iPhone5 nutze und bisher sehr zufrieden bin: Über die Parodie von Christian Ehring musste ich trotzdem lachen.

Chaos bei der Telekom III: iPhone5 trotz Premieren-Ticket nicht bestellbar

Mitte August postete Pottblog.de einen ersten Hinweis auf das Premieren-Ticket, mit dem man das iPhone5 bei der Deutschen Telekom vorbestellen könne. Sofort füllte ich das Formular aus und erhielt nach wenigen Tagen eine schicke schwarze Karte mit meinem Namen.

Am Mittwoch stellte Apple nun in San Francisco das iPhone5 vor und die Telekom informierte mich per SMS, ich müsse nichts weiter tun und würde rechtzeitig informiert. Gestern dann der Hinweis, ich möge das Telefon bis zum 18. September bestellen. Gestern Abend versuchte ich vergeblich, online das Telefon zu bestellen. Keine Chance, die Server der Telekom waren völlig überlastet. Stefan Plöchinger empfahl der Telekom per Twitter, für solche Tage zusätzliche Server bei Amazon zu bestellen.

Diese Nacht um 2 Uhr – dank Jan eh wach – habe ich einen neuen Versuch unternommen. Die Server waren schnell, doch eine Vertragsverlängerung sei erst ab November 2012 möglich. Moment? Ich hatte den Vertrag 18 Monate nach der Auslieferung des iPhone4 verlängert, aber die Telekom-Hotline hatte mir versichert, ich könne jederzeit wieder in einen Tarif mit Handy wechseln, wenn das iPhone5 herauskäme.

Heute morgen die telefonische Bestätigung nach vielen Minuten in der Warteschleife: Die Vertragsverlängerung ist erst im November 2012 möglich. Mein Premieren-Ticket kann ich mir also an den Hut stecken. Letzte Hoffnung ist wieder mal @telekom_hilft, aber die helfen auch immer seltener wirklich – siehe meine Versuche, V-DSL in der neuen Wohnung zu bekommen.

Moral der Geschichte

Die Telekom unternimmt alles, um iPhone-Kunden zu beweisen, wie mies ihr Service ist. Mit jedem iPhone wird die Telekom überrannt mit Anfragen, die sie nicht bearbeiten kann und bei einer vorzeitigen Vertragsverlängerung erhält man nicht alle Details genannt. Der einzige Hoffnungsschwimmer: Die Techniker bei der Telekom verstehen ihr Handwerk, denn das Netz ist stabil, schnell und im laufenden Betrieb machen weder Entertain noch iPhone Ärger.

Update (16. September 2012): Nach einem Hinweis auf telekom-hilft.de habe ich heute erneut bei der Hotline angerufen und direkt zu Anfang mein Premieren-Ticket erwähnt. Nach kurzer Rücksprache wollte der gute Mann nur noch wissen, welche Farbe und welche Speichergröße ich haben wolle. Bin gespannt, ob das jetzt wirklich klappt.

iCloud: Bei Apple gibt es offenbar kein Team-Work

Apple erweitert die Funktionen von iCloud Schritt für Schritt: Mit dem Start von Mountain Lion – der neuesten Version des Mac-Betriebssystems – können die Nutzer nun bequem Dokumente zwischen iOS- und Mac-Geräten synchronisieren. iWork (Pages, Numbers, Keynote) sowie TextEdit speichern Dokumente nun vorzugsweise in der Wolke und bieten die lokale Speicherung nur optional an. Besonders Anfänger dürften so künftig fast alles bei iCloud speichern – ohne sich weiter Gedanken zu machen. Ein Detail macht mich aber stutzig: Synchronisiert werden die Daten nur unter allen Geräten eines (!) Benutzers. “Deine Inhalte. Auf all Deinen Geräten” heißt es auf der iCloud-Seite.

Was fehlt: Teamwork!

Das Internet besteht doch zum großen Teil aus dem Austausch von Content – und dafür fehlen bisher iCloud-Funktionen. Ok, seinen Kalender kann man bequem über iCloud mit anderen Nutzern teilen, aber was ist mit Fotos, Videos und Dokumenten? Dieses Feld überlässt Apple immer noch komplett Anbietern wie Dropbox, Wuala bzw. Google Docs. Dienste wie die Photo Gallery unter MobileMe sowie iWork.com (die iWork-Erweiterung im Web) hat Apple dicht gemacht. Und aktuell bietet Pages nur zwei Möglichkeit, ein iCloud-Dokument an Dritte weiterzugeben: Per Nachricht (iMessage) oder AirDrop verschicken. Wer braucht das? Das Mindeste wäre doch, das Dokument auf Wunsch per E-Mail – am besten direkt mit Umwandlung in ein gängiges Format wie PDF – verteilen zu können. Oder ein Link im Netz – wie es Google Docs vormacht.

Mit iOS 6 (angekündigt für Herbst 2012) will Apple immerhin den Foto-Austausch zwischen iCloud-Nutzern ermöglichen. Wer nicht bei iCloud ist, kann die Fotos dann immerhin im Web betrachten. Bisher gibt es diese Möglichkeit nur recht versteckt in der iPhoto-App für iOS. Wenn man bedenkt, dass Apple iCloud vor knapp einem Jahr gestartet hat ist diese Entwicklung langsam.

Warum ist Apple so langsam?

  • iCloud ist kein Produkt für Firmen sondern ein Dienst für Privatpersonen. Der Austausch von iWork-Dokumenten steht daher weit hinten auf der Roadmap, weil Privatpersonen eher selten Dokumente austauschen. Aber warum hat man dann nicht immerhin sofort eine MobileMe-Ablöse angeboten? Das würde auch erklären, warum iWork seit 2009 kein richtiges Update mehr bekommen hat. Dagegen spricht das gute Ranking der einzelnen iWork-Apps im AppStore für den Mac: Pages steht auf Platz 3, Numbers auf Platz 6 und Keynote auf Platz 7.
  • Vermutlich will man bei iCloud nicht in den MobileMe-Fehler wiederholen: Der .Me-Nachfolger wurde 2008 groß angekündigt, aber der Start war von zahlreichen Pannen überschattet. Steve Jobs soll intern die Entwickler beschimpft haben, weil sie den Ruf Apples geschadet hätten. Die Teamleitung wurde ausgetauscht und der Dienst über Monate kostenfrei angeboten. Mit iCloud soll nun offenbar alles anders werden: Die Funktionen kommen Schritt für Schritt und Apple nimmt in Kauf, dass Konkurrenten interessante Felder besetzen.

Spannende Fragen zum Schluss:

  1. Wie wäre die Geschichte wohl gelaufen, wenn es Steve Jobs geschafft hätte, Dropbox zu übernehmen? Hätte man dann eine iDisk-Weiterentwicklung präsentiert – oder wollte Apple schon damals das klassische Datei-System abschaffen?
  2. Und was ist eigentlich mit TimeMachine in der Cloud? Vermutlich braucht Apple dafür erstmal mit Rechenzentrums-Kapazität. Die Datensicherung in die Cloud zu verschieben wäre dann aber ein logischer Schritt – auch um die Speicherweiterungen von iCloud besser zu verkaufen.

Apple-Fernseher wird vielleicht gar kein Fernseher

Spannende Theorie zum erwarteten Apple-Fernseher: Handelsblatt.com spekuliert, Apple entwickle keinen eigenen Fernseher, sondern wolle “nur” das Fernsehen revolutionieren, in dem die Apple-TV-Box zu einem Ersatz für klassische Setup-Boxen entwickelt werden soll. Nicht dumm, denn auf diese Weise würde Apple in den TV-Markt einsteigen ohne ein Gerät entwickeln zu müssen, welches in vielen Haushalten viele viele Jahre im Einsatz ist und sehr sperrig ist. Beide Aspekte passen eigentlich nicht zur Apple-Philosophie: Kompakte Geräte entwickeln, die vom Kunden alle paar Jahre ausgetauscht werden.

Telekom Entertain auf iOS

Denkbar wäre, dass zum Beispiel das Entertain-Angebot der Deutschen Telekom über die AppleTV-Box abrufbar wäre. Derzeit bekommen Entertain-Kunden einen eigenen Receiver, der auf WindowsCE läuft. Die Telekom arbeitet passenderweise schon daran, ihr Entertain-Angebot auf iOS-Geräte zu bringen. Ende 2012 sollen Kunden “Entertain to go” buchen können, um dann – zunächst in den eigenen vier Wänden – Live-Fernsehen und Aufnahmen auf iPhone und iPad sehen zu können. Wie passend, dass Apple TV in der 2. und 3. Generation mit iOS läuft.

Kleine Anekdote am Schluss: Bei Wikipedia bin ich zufällig auf einen Eintrag zum Macintosh-TV gestoßen. Demnach hat Apple zwischen 1993 und 1995 einen ersten Anlauf in den Markt der Fernseher gewagt – und nach 10.000 produzierten Geräten eingestellt.

Mac App Store: Seit 12 Tagen warte ich auf das Coda2-Update

Apple mag Kontrolle und so wird jede Software und jedes Update vor der Veröffentlichung im Mac App Store von Apple überprüft. Eigentlich eine gute Idee, weil Mac-Kunden so vor Viren oder nicht sauber funktionierender Software geschützt werden. Im Fall von Coda2 – einem HTML-Entwicklungstool der Firma Panic – erlebe ich seit fast zwei Wochen den gravierenden Nachteil dieses Kontrollwahns: Die erste Version der komplett neu überarbeiteten Software hatte ein paar Bugs  und so hat Panic bereits am 4. Juni ein erstes Update auf Version 2.0.1. veröffentlicht. Kunden, die die Software direkt beim Hersteller gekauft hatten, konnte sich das Update direkt herunterladen. Kunden, die den Mac App Store genutzt haben, warten nun seit ZWÖLF TAGEN auf dieses Update, welches doch nur eine Reihe von Bugs behebt.

Panic erklärt in einem Blog-Post sein Bedauern und prüft nach eigenem Bekunden, wie AppStore-Käufern der direkte Download der Software ermöglicht werden kann. Die Kunden zeigen in ihren Kommentaren Verständig für Panic (aber nicht für Apple!) und einige haben sich von Apple den Kaufpreis erstatten lassen. Nur blöd, dass Panic am Erscheinungstag die Software zum halben Preis anbot und nur die AppStore-Variante auch iCloud unterstützt.

Update: Coda 2.0.1 ist seit 21. Juni 2012 im AppStore und damit 17 Tage nach dem Einreichen bei Apple. Hier muss Apple dringend schneller werden sonst macht der AppStore keinen Sinn.

Liebe zum Detail? – iMovie kennt AppleTV 3 noch nicht

Offenbar stimmen sich die Entwickler von iMovie und Apple TV intern  nicht ab. Denn während Apple TV inzwischen HD-Filme mit bis zu 1080p anzeigen kann, zeigt iMovie beim Export von Filmen immer noch 720p als maximale HD-Auflösung für AppleTV an. iMovie kennt AppleTV 3 noch nicht

Verknüpft Apple bald Time Machine und iCloud?

Hand aufs Herz: Wie macht Ihr Backups? Gar nicht? Oder wird zumindest alle paar Wochen eine externe Festplatte angeschlossen, um die wichtigsten Daten (Texte, Bilder, iTunes-Musik …) zu sichern? Oder sichert Ihr gar schon in die Cloud? (siehe dazu: Bequeme Backups in der Cloud (Mozy, Crashplan, Strato oder Amazon S3?) Mit der Einführung von Mac OS X 10.5 (Leopard) im Jahre 2007 hat Apple die Datensicherung seiner Macs mit Time Machine deutlich vereinfacht: Externe Festplatte anschließen, Time Machine einschalten und fertig. Ab dann werden die Daten des eigenen Rechners (und angeschlossener externer Festplatten) automatisch stündlich gesichert. Ältere Versionen der Datei werden so lange gespeichert, bis die Festplatte voll ist. Und Externe Festplatten sind immer noch günstig: 2 Terabyte kosten rund 130 Euro – einmalig! Mit Mac OS X 10.7 (Lion) erstellt Time Machine bei MacBooks automatisch lokale Kopien, wenn die externe Festplatte nicht angeschlossen ist. Ist die Externe Festplatte wieder angeschlossen, werden die lokalen Kopien aber nicht auf diese Festplatte kopiert sondern bleiben auf der lokalen Festplatte. Für mich eine der vielen Punkte, in denen Apple bei Lion die Liebe zum Detailvermissen lässt. Mit der Einführung von iOS 5 (Start: Oktober 2011) hat Apple nun iCloud eingeführt und bietet unter anderem die Möglichkeit, Backups von iPhone und iPad in die Daten-Wolke zu erstellen. Die Preise sind allerdings meilenweit von den Anschaffungskosten einer externen Festplatte entfernt: 5 GByte gibt es umsonst, aber wer mehr will, muss tief in die Tasche greifen:

Preise für iCloud-Speicher

Preise für iCloud-Speicher

Zum Glück arbeitet iCloud intelligent: Über iTunes gekaufte Apps, Musiktitel und Videos werden zwar gesichert, aber nicht vom Speicherplatz abgezogen. Und wer zusätzlich noch iTunes Match nutzt, dessen komplette Musik wird ohne Anrechnung des iTunes-Speicherplatzes gesichert. Nun läge es nah, Time Machine und iCloud zu verbinden. Schließlich verkauft Apple seit Jahren mehr mobile Geräte (MacBook Air, MacBook Pro) als stationäre (iMac, Mac Pro). Auf diese Weise könnte man auch die Daten des Notebooks in die Cloud sichern und müsste keine externe Festplatte mitnehmen oder zu Hause anschließen. Ähnlich wie bei iPhone und iPad müssten viele Dateien (Mac OS, Updates, Programme aus dem AppStore, über iTunes gekaufte Musik und Filme) nicht extra gesichert werden, was die Backup-Dauer und den Speicherplatz signifikant senken würden. Zwei Haken:

  1. Auch wenn letztlich nur Dokumente, Programme (von außerhalb des AppStores) und Dateien wie Parallels, iPhoto/Aperture, iMovie-Filme gesichert werden müssten, würde das Erst-Backup Tage und nicht Stunden dauern – und viel Speicherplatz verbrauchen.
  2. Führt Apple die aktuellen iCloud-Preise fort, würden 105 GByte (5 GByte gibt es umsonst!) 160 Euro und 505 GByte 800 Euro im Jahr kosten. Zum Vergleich: Strato bietet seinen HiDrive-Kunden 500 GByte für rund 240 Euro und beim Backup-Dienst DollyDrive kostet dieser Platz nur 180 Euro.

Fazit: Noch ist die Verbindung von Time Machine und iCloud ein Wunschtraum. Sinn macht die Idee auf jeden Fall, denn so würden noch mehr Kunden Zugriff auf ein einfaches und von überall erreichbares Backup bekommen und Apple könnte die Idee einer Wolke für alle Daten weiter entwickeln. Die zahlreichen Online-Backup-Dienste wie Mozy, CloneDrive und Co zeigen, dass das Interesse da ist – und Apple war schon immer gut darin, Ideen für den Massenmarkt weiterzuentwickeln. Ein Start mit Mountain Lion im Sommer 2012 erscheint mir aber zu früh. Vielleicht wartet man auch einfach, bis das zweite große Apple-Rechenzentrum in Oregon (Nord-Westküste) und stellt iCloud-Backup für den Mac Anfang 2013 zusammen mit dem Mountain-Lion-Nachfolger vor.

One more thing: In einem Support-Dokument erklärt Apple, dass man mittels iCloud auf die TimeCapsule zu Hause zugreifen kann und darauf sogar aus der Ferne Backups machen kann bzw. Dateien zurückspielen kann. Voraussetzung ist das Firmware-Update 7.6.1. und das aktuelle Dienstprogramm für den Mac. Wörtlich heißt es: “Das entfernte Sichern oder Wiederherstellen von Time Machine Backups (d. h. per “Zugang zu meinem Mac” und Internet statt über das lokale Netzwerk) wird nicht empfohlen. Wenn Sie Daten mithilfe von Time Machine und Time Capsule sichern und wiederherstellen möchten, sollten Sie das über eine direkte Verbindung zum lokalen Netzwerk der Time Capsule tun.” Nicht empfohlen = technisch möglich, aufgrund der Übertragungsgeschwindigkeit aber nicht lustig. Vielleicht ist ja doch was dran an dem Gerücht, dass TimeCapsule künftig zum lokalen iCloud-Speicher werden soll.