Apple Mac Mini als iTunes- und TimeMachine-Server

Die Idee hatte ich schon länger, nun habe ich sie in die Tat umgesetzt: Seit einer Woche nutze ich einen Mac Mini, um iTunes, TimeMachine und EyeTV im Netzwerk zu nutzen. Hier meine Erfahrung und Tipps.

 Drei Probleme …

  1. Meine iTunes-Bibliothek umfasst inzwischen rund 500 GByte Filme (überwiegend per EyeTV aufgenommen!), dazu kommen rund zehn GByte Musik. Diese Datenmenge passt nicht mehr auf eine normale Rechner-Festplatte, erst recht, wenn der Rechner ein MacBook Air ist. Großer Nachteil der externen USB-Festplatte: iTunes ist nur nutzbar, wenn der Rechner auf dem heimischen Schreibtisch steht. Schon im Wohnzimmer sitzend konnte ich iTunes nicht mehr nutzen.
  2. Die beiden MacBooks habe ich per TimeMaschine auf je eine externe USB-Festplatte gesichert. Selbes Problem wie bei iTunes: War der Rechner nicht an dieser Festplatte angeschlossen, gab es auch keine Backups. Nun macht TimeMaschine stündliche Backups und das macht – leidige Erfahrung beim Programmieren – viel Sinn.
  3. Mit EyeTV3 und einer DVB-T-Antenne kann ich wunderbar Filme aufnehmen und dann in die iTunes-Bibliothek exportieren, um sie dann – werbefrei – mittels AppleTV zu gucken. Feine Sache, aber für die Aufnahmen musste der Rechner auf dem Schreibtisch stehen und laufen – sonst konnte EyeTV nichts aufnehmen.

… eine Lösung

Alle drei Probleme lassen sich mit einer Netzwerk-Festplatte nicht wirklich lösen. Zumal Apple immer wieder das TimeMaschine- und iTunes-Protokoll ändert, so dass Drittanbieter-Festplatten nicht mehr richtig funktionieren. Jüngst passiert mit Lion: „Time Machine und OS X Lion: Drittanbieter-NAS nicht mehr unterstützt“ (macnews.de).

Apple selbst bietet für die Probleme keine wirkliche Lösung. Die Time Capsule (WLAN-Router mit Festplatte, dessen Speicherplatz für Backups im Netzwerk zu Verfügung steht) löst nur das TimeMachine-Problem – und kostet zwischen 279 (2 TByte) und 479 Euro (3 TByte). Bisschen teuer für eine reine Backup-Lösung. Amüsanterweise wurde mir die Time Capsule im Apple Store Oberhausen als Lösung für das iTunes-Problem präsentiert. Hatte der Apple-Mitarbeiter vielleicht diesen Artikel „What Is Steve Jobs Announcing Monday? Here’s The Scoop About iCloud & Time Capsules [Exclusive]“ gelesen?

Nur der MacMini löst alle drei Probleme: Die iTunes-Festplatte hängt jetzt am MacMini, auf dem dauerhaft iTunes läuft. AppleTV holt sich die Filme nun von dort und die beiden MacBooks können dank iTunes-Privatfreigabe Inhalte von dieser Datenbank in ihre lokale Datenbank übertragen. Leider werden derzeit automatisch nur über iTunes gekaufte „Produkte“ synchronisiert.

Für TimeMachine – und die einfache Einrichtung von Netzwerk-Freigaben – muss man allerdings 40 Euro in die Server-Erweiterung für Lion investieren.

Was noch fehlt

EyeTV ist für einen Einsatz im Netzwerk nur bedingt geeignet. Die Aufnahme-Datenbank kann man leider nicht im Netzwerk freigeben und so muss man Aufnahmen umständlich zwischen Mac Mini und Mac Book Air hin- und her kopieren, um die Filme bequem am Rechner mit Monitor schneiden zu können. Ich hoffe, dass Elgato das noch verbessert.

Störend ist auch, dass die Server App wohl noch nicht so ausgereift ist: In meinem Fall vergisst der Mac Mini ab und zu seine Verzeichnis-Freigaben, weshalb dann auch TimeMachine nicht mehr sichert. Nur ein Neustart des Rechners konnte den Fehler bisher beheben. Wenn man sich die Kommentare im AppStore anschaut, hat Apple da eh noch einiges an Optimierungspotential. 🙂

Update (10. August 2011)

Ich habe den Mac Mini wieder zurückgeschickt und auch die Server App erstatten lassen. Letztlich war die oben skizzierte Lösung doch nicht perfekt. Mich nervte vor allem, dass der Lion Server immer mal wieder seine Netzwerklaufwerke vergass und dann TimeMachine ins Stocken geriet. Bei iTunes nervte, dass die Verwaltung der iTunes-Bibliothek nur umständlich per Fernwartung möglich war. Kurzum: Recht schnell wurde mir klar, dass der Mac Mini mit der Server App derzeit keine Lösung ist, die alle Probleme löst und keinen Ärger macht. Apple hat sowohl den Rechner als auch die App anstandslos zurückgenommen.

Update (13. April 2013)

Das Thema hat mir keine Ruhe gelassen und so habe ich einen zweiten Anlauf gewagt: Diesmal habe ich mir ein NAS von Synology gekauft, welches unter anderem als TimeMachine-Server fungiert. Besonders praktisch: Über eine eigene DS Video-App kann ich nun Videos – die auf dem NAS gespeichert sind – per iPhone an AppleTV (3. Generation) streamen. Das war eine der Funktionen, die ich mir von einer reinen Apple-Lösung erhollft hatte. Lesen Sie in meinem vollständigen NAS-Bericht, welche Erfahrungen ich mit Synology bisher gemacht habe und wo es noch Kritik gibt.

6 Gedanken zu „Apple Mac Mini als iTunes- und TimeMachine-Server“

  1. Haha. Ich bin selbst schuld. Habe den Anfang deines Textes gelesen, mich gefreut und erst mal ne neue große Festplatte gekauft. Dann Berglöwenserver am Minimac eingerichtet und wollte jetzt weiter lesen, wie ich das am besten mit der Musik mach…

    Haha. Bin ich blöd. Hätte mal sofort deinen ganzen Text lesen sollen 😉

  2. Bin ich froh, dass ich den Text bis zum Ende gelesen habe…hat mich vor dem Kauf eines MacMini ausschließlich als itunes-Server bewahrt…!

    Trotzdem: Sobald irgendeiner von euch eine funktonierende Lösung gefunden hat – dann bitte hier posten – dann kommt der MacMini sofort wieder auf die „ToBuy“-Liste ;-))

  3. Ich denke das für kleine Websites und Home Entertainment ein Mac Mini das perfekte Gerät ist. Entsprechende schnelle Leitungen vorrausgesetzt. Danke für den guten Artikel und die Tipps.

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