Mac OS X Lion – wo bleibt die Liebe zum Detail?

Seit ein paar Wochen ist Mac OS X 10.7 unter dem Namen „Lion“ auf dem Markt: 23,99 Euro kostet das Update für Benutzer des Vorgängers, Snow Leopard. Download und Installation liefen problemlos, aber im Alltag nervt Lion mit kleinen Macken, die man leider von Apple nicht gewohnt ist.

Resume-Funktion merkt nicht, ob Fenster minimiert waren

Die Resume-Funktion gehört laut Apple zu den Top-Features von Lion: Beim Starten des Rechners öffnet Lion alle Programme, die beim Herunterfahren des Rechners geöffnet waren, erneut. Praktisch, wenn man am nächsten Tag an der selben Stelle weiterarbeiten möchte. Nur blöd, dass Lion nicht merkt, ob ein Programm im Dock lag oder auf dem Bildschirm zu sehen war. Beim Neustart werden alle Programme sichtbar angezeigt – und als User muss ich alle nicht benötigten Fenster wieder schließen. Auch blöd: Beim Herunterfahren fragt Lion, ob beim nächsten Anmelden alle Fenster geöffnet werden sollen. Entferne ich den Haken bei dieser Funktion – merkt sich Lion dies nicht und setzt ihn beim nächsten Herunterfahren erneut.

Lokale TimeMachine-Backups bleiben lokal

TimeMachine ist eine sehr praktische Backup-Lösung: Einmal eingerichtet (die Einrichtung beschränkt sich darauf, eine externe Festplatte auszuwählen) sichert der Rechner fortan stündlich seine Dateien auf die externe Festplatte und bietet sie über eine einfache Oberfläche zum Zurückspielen an. Mit Lion sind lokale Snapshots dazu gekommen: Ist das Macbook nicht an der externen Festplatte angeschlossen, erstellt TimeMachine auf der lokalen Festplatte Datensicherungen. Praktisch, um unterwegs eine bearbeitete Datei wieder auf den Ursprungszustand zurückzusetzen. Aber warum werden diese lokalen Snapshots nicht automatisch auf die externe Festplatte übertragen, wenn diese wieder angeschlossen ist?

Rechtschreibkorrekt – ein Fluch

Von iPhone und iPad kennen wir die Rechtschreibkorrektur von Apple. Dort macht sie Sinn, weil man auf der kleinen Tastatur schon mal danebentippt. Auf dem Mac kann man über Sinn und Unsinn streiten, doch alles in allem sind die Korrekturen praktisch. Was aber richtig nervt: Schreibt man ein Wort korrekt und kennt Lion eine Alternative, wird das korrekte Wort gegen die Alternative ausgetauscht – und zwar wiederholt. Zwar zeigt Lion die Korrektur an und bietet ein „x“ zum Entfernen an – aber um dieses zu Klicken, muss ich die Finger von der Tastatur nehmen und auf das X klicken. Nervig.

Trackpad? Drucker? Keine Verbindung

Ebenfalls unschön: Immer wieder verliert mein MacBook Air die Verbindung zum externem Trackpad und zum Drucker. Das Trackpad muss dann manuell neu verbunden werden (was würde ich nur tun, wenn ich nicht auch noch eine Maus benutzen würde?). Und beim Drucker (einen Canon IP 4000R) gelinkt der erste Ausdruck immer wieder nicht, weil angeblich eine Kommunikationsstörung eingetreten ist.

Als Mac-Anwender war ich es bisher gewohnt, dass genau diese Liebe zum Detail den Unterschied macht zwischen Microsoft und Apple. Viele Details waren durchdacht gelöst – doch genau das vermisse ich jetzt bei Lion. Bleibt zu hoffen, dass Martin Steiger von MacMacken nicht Recht behält mit seiner Einschätzung, dass diese Liebe zum Details deshalb fehlt, weil Lion die erste Version ohne enge Einbindung von Steve Jobs war.

Ein Gedanke zu „Mac OS X Lion – wo bleibt die Liebe zum Detail?“

  1. Habe genau das gleiche Problem, der iMac unter Lion verliert ständig den Kontakt zu meinen HP Druckern. Seit dem neuen Update mit HP Drucker Update geht jetzt gar kein Druck mehr an meinen HP Lasern und Multifunktionsgeräten..Habe einen alten Canon Pixma angeschlossen..wenigstens der druckt noch…das neue System ist meiner Meinung nach der letzte Scheiss….Sorry, aber ich bin nach meinem Wiederumstieg vom PC zum Mac (vor 2005 nur Mac) sehr enttäuscht…

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