Verknüpft Apple bald Time Machine und iCloud?

Hand aufs Herz: Wie macht Ihr Backups? Gar nicht? Oder wird zumindest alle paar Wochen eine externe Festplatte angeschlossen, um die wichtigsten Daten (Texte, Bilder, iTunes-Musik …) zu sichern? Oder sichert Ihr gar schon in die Cloud? (siehe dazu: Bequeme Backups in der Cloud (Mozy, Crashplan, Strato oder Amazon S3?) Mit der Einführung von Mac OS X 10.5 (Leopard) im Jahre 2007 hat Apple die Datensicherung seiner Macs mit Time Machine deutlich vereinfacht: Externe Festplatte anschließen, Time Machine einschalten und fertig. Ab dann werden die Daten des eigenen Rechners (und angeschlossener externer Festplatten) automatisch stündlich gesichert. Ältere Versionen der Datei werden so lange gespeichert, bis die Festplatte voll ist. Und Externe Festplatten sind immer noch günstig: 2 Terabyte kosten rund 130 Euro – einmalig! Mit Mac OS X 10.7 (Lion) erstellt Time Machine bei MacBooks automatisch lokale Kopien, wenn die externe Festplatte nicht angeschlossen ist. Ist die Externe Festplatte wieder angeschlossen, werden die lokalen Kopien aber nicht auf diese Festplatte kopiert sondern bleiben auf der lokalen Festplatte. Für mich eine der vielen Punkte, in denen Apple bei Lion die Liebe zum Detailvermissen lässt. Mit der Einführung von iOS 5 (Start: Oktober 2011) hat Apple nun iCloud eingeführt und bietet unter anderem die Möglichkeit, Backups von iPhone und iPad in die Daten-Wolke zu erstellen. Die Preise sind allerdings meilenweit von den Anschaffungskosten einer externen Festplatte entfernt: 5 GByte gibt es umsonst, aber wer mehr will, muss tief in die Tasche greifen:

Preise für iCloud-Speicher
Preise für iCloud-Speicher

Zum Glück arbeitet iCloud intelligent: Über iTunes gekaufte Apps, Musiktitel und Videos werden zwar gesichert, aber nicht vom Speicherplatz abgezogen. Und wer zusätzlich noch iTunes Match nutzt, dessen komplette Musik wird ohne Anrechnung des iTunes-Speicherplatzes gesichert. Nun läge es nah, Time Machine und iCloud zu verbinden. Schließlich verkauft Apple seit Jahren mehr mobile Geräte (MacBook Air, MacBook Pro) als stationäre (iMac, Mac Pro). Auf diese Weise könnte man auch die Daten des Notebooks in die Cloud sichern und müsste keine externe Festplatte mitnehmen oder zu Hause anschließen. Ähnlich wie bei iPhone und iPad müssten viele Dateien (Mac OS, Updates, Programme aus dem AppStore, über iTunes gekaufte Musik und Filme) nicht extra gesichert werden, was die Backup-Dauer und den Speicherplatz signifikant senken würden. Zwei Haken:

  1. Auch wenn letztlich nur Dokumente, Programme (von außerhalb des AppStores) und Dateien wie Parallels, iPhoto/Aperture, iMovie-Filme gesichert werden müssten, würde das Erst-Backup Tage und nicht Stunden dauern – und viel Speicherplatz verbrauchen.
  2. Führt Apple die aktuellen iCloud-Preise fort, würden 105 GByte (5 GByte gibt es umsonst!) 160 Euro und 505 GByte 800 Euro im Jahr kosten. Zum Vergleich: Strato bietet seinen HiDrive-Kunden 500 GByte für rund 240 Euro und beim Backup-Dienst DollyDrive kostet dieser Platz nur 180 Euro.

Fazit: Noch ist die Verbindung von Time Machine und iCloud ein Wunschtraum. Sinn macht die Idee auf jeden Fall, denn so würden noch mehr Kunden Zugriff auf ein einfaches und von überall erreichbares Backup bekommen und Apple könnte die Idee einer Wolke für alle Daten weiter entwickeln. Die zahlreichen Online-Backup-Dienste wie Mozy, CloneDrive und Co zeigen, dass das Interesse da ist – und Apple war schon immer gut darin, Ideen für den Massenmarkt weiterzuentwickeln. Ein Start mit Mountain Lion im Sommer 2012 erscheint mir aber zu früh. Vielleicht wartet man auch einfach, bis das zweite große Apple-Rechenzentrum in Oregon (Nord-Westküste) und stellt iCloud-Backup für den Mac Anfang 2013 zusammen mit dem Mountain-Lion-Nachfolger vor.

One more thing: In einem Support-Dokument erklärt Apple, dass man mittels iCloud auf die TimeCapsule zu Hause zugreifen kann und darauf sogar aus der Ferne Backups machen kann bzw. Dateien zurückspielen kann. Voraussetzung ist das Firmware-Update 7.6.1. und das aktuelle Dienstprogramm für den Mac. Wörtlich heißt es: „Das entfernte Sichern oder Wiederherstellen von Time Machine Backups (d. h. per „Zugang zu meinem Mac“ und Internet statt über das lokale Netzwerk) wird nicht empfohlen. Wenn Sie Daten mithilfe von Time Machine und Time Capsule sichern und wiederherstellen möchten, sollten Sie das über eine direkte Verbindung zum lokalen Netzwerk der Time Capsule tun.“ Nicht empfohlen = technisch möglich, aufgrund der Übertragungsgeschwindigkeit aber nicht lustig. Vielleicht ist ja doch was dran an dem Gerücht, dass TimeCapsule künftig zum lokalen iCloud-Speicher werden soll.

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