Amazon Echo – das Ende des linearen Radios?

Ich muss zugeben: Lange Zeit hielt ich Amazon Echo für ein unnützes Ding. Warum sollte man mit einer Box reden wollen. Anfang November habe ich ein Echo zum Geburtstag geschenkt bekommen und musste meine Meinung binnen weniger Tage revidieren: Es ist interessant zu beobachten, wie praktisch eine Sprachsteuerung ist. Ich erwische mich schon dabei, im Auto mit dem Radio sprechen zu wollen.

Amazon Music statt SWR3

Was mich allerdings am meisten überrascht hat: Ursprünglich wollte ich das Echo als Ersatz für ein Internet-Radio in der Küche benutzen, mit dem ich bislang fast nur SWR3 gehört habe und mich immer wieder über die Empfangsprobleme geärgert habe. Nun höre ich fast kein Radio mit Echo, sondern lausche der Auswahl von Amazon Music (für Prime-Kunden ist der Zugriff auf 2 Millionen Songs kostenfrei). Der große Vorteil: Amazon Music spielt die Musik, die ich hören möchte und ich kann jederzeit mit „Alexa, die Musik mag ich (nicht)“ die Auswahl beeinflussen. Beim Smartphone käme ich nicht auf die Idee, ständig auf Like bzw. Dislike zu drücken, aber bei Alexa geht das ja per Sprachsteuerung. Nebenbei ist diese Sprachsteuerung auch für unsere Kinder viel einfacher, weshalb die häufigste Befehl an Alexa ohne Zweifel ist: „Alexa, spiel Kindermusik“ – und auch die wird natürlich bewertet, damit Alexa bei seiner Musik-Auswahl immer besser wird.

Die tägliche Zusammenfassung: Nachrichten – wann man will

Radios spielen aber nicht nur Musik, sondern auch Nachrichten und auch das kann Alexa besser als das Radio: Statt nur zur vollen (oder halben) Stunde kann Alexa jederzeit „meine“ Nachrichten-Sendung abspielen. „Alexa, spiel meine tägliche Zusammenfassung“ lautet der Befehl und schon geht‘s los: Wahlweise höre ich die jüngste Nachrichten-Sendung von Tagesschau oder Deutschlandfunk oder Alexa liest mir die neusten Nachrichten von Spiegel-online oder RP ONLINE vor. Danach kommen – in meinem Fall – die Börsen-Nachrichten des Bayrischen Rundfunks und dann das Wetter von Solingen. Und statt Stau-Nachrichten im Radio – die ein Musterbeispiel für fehlende Personalisierung sind – kennt Amazon meinen Wohn- und Arbeitsort und liefert auf Befehl („Amazon, wie ist der Weg zur Arbeit“) meine personalisierte Stau-Schau.

Ich bin gespannt, wie sich Alexa weiter in unseren Alltag integriert. Seit dem Wochenende hat sie erstmal Verstärkung bekommen, denn im Wohnzimmer steht – nach der Küche – die zweite Echo-Box, weil wir auf die Weise in zwei Räumen die selbe Musik hören können. Ja, das geht mit Sonos-Boxen noch viel besser, aber die Kosten pro Stück nicht 80 Euro.

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