Berufsberatung an meiner Ex-Schule: Twitter und der eigene Blog sind quasi Standard

Sollte man jungen Leuten raten, in den Journalismus einzusteigen – wo doch alle von der Medienkrise sprechen und einige den Tod der klassischen Medien voraussehen? Die Frage habe ich mir am Freitag gestellt, als ich nachmittags in meine Ex-Schule fuhr, um künftigen Abiturienten Fragen rund um den Beruf des  Journalisten zu erklären. Und ist „Was mit Medien“ immer noch ein Berufswunsch?

Welch positive Überraschung

Mehr als zehn Schülerinnern (wo waren die Jungs?) saßen an meinem Tisch und ich hörte mit Freude, dass Twitter, der eigene Blog und der Aufenthalt im Ausland schon fast zum Standard gehören.  Und natürlich waren einige schon bei der Schülerzeitung aktiv – oder basteln zumindest an der Abi-Zeitung. Neben den klassischen Fragen nach dem richtigen Einstieg („Geh in eine Lokalredaktion“ und „Probier alles aus: Print, Radio, TV und Online“) kamen auch zaghafte Nachfragen nach dem Gehalt und nach der Zukunftssicherheit – immer mit dem Einstieg „Meine Eltern …“. Die Frage nach dem Gehalt ist sicher berechtigt und so mancher entdeckt erst im Volo die Tarif-Tabelle des DJV, in der sich – zumindest für die Tarifgebundenen Verlage – genau die Gehaltssteigerungen ablesen lassen. Auch habe ich nicht verschwiegen, dass vor allem junge Journalisten von diesen Gehältern nur träumen können, weil sie als Pauschalist oder freier Journalist mit schlecht bezahlten Auftraggebern leben müssen.

Welche Vorbilder nennt man heute? Zu meiner Zeit hat man davon geträumt, für Die Zeit oder die FAZ zu schreiben, am Freitag habe ich den Schülerinnen empfohlen, sich eher an Leuten wie Richard Gutjahr zu orientieren. Und ich habe ihnen ans Herz gelegt, sich auch außerhalb der Redaktionen in eine Medienhaus umzuschauen und dort Themen wie Suchmaschinenoptimierung, Programmierung und Projektmanagement zu erlernen. Wer das früh versteht, muss sich keine Sorgen machen.

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