Journalisten aller Medien, lernt endlich “besser online”
Gestern in Bonn: Klassentreffen der Online-Journalisten und ihrer Sympathisanten. Der DJV hatte zu seiner jährlichen Veranstaltung “Besser online” in den Post-Tower geladen. Gesprochen wurde viel über Social Media, Selbst-Marketing und das Geld verdienen im Netz. “Solide, aber nicht herausragend” beschreibt die Veranstaltung wohl am besten.
Was mich wieder schockiert hat: Da sitzen Journalisten (leider viel zu wenige) im Publikum und lassen sich erklären, warum es Sinn macht, sich wie Richard Gutjahr und Christian Jakubetz einen Namen im Netz zu machen, um dann auch an Aufträge zu kommen. Und dann kommen Fragen wie “Ich muss mich um Haushalt und Kind kümmern – wann soll ich dann noch bloggen?” oder “Kommt man vor lauter Interaktion mit dem Leser überhaupt noch zum Schreiben?”.
Ich frage mich dann immer, wie solche freien Journalisten heute überleben wollen: Darauf hoffen, dass einer der bekannten Auftraggeber anruft und einen Text anfordert? Wer heute als freier Journalist erfolgreich sein möchte, MUSS im Netz einen Namen haben – und er muss nicht nur gut schreiben können. Verständnis für Technik, Vermarktung und Website-Entwicklung sind keine Kür, sondern werden immer öfter zur Pflicht.
Leute, Journalismus ist der geilsten Jobs der Welt und Online ist das Medium der Zukunft. Wer da mitspielen möchte, muss sich für Technik interessieren und muss sich online einen Namen machen. Und dafür reicht es nicht, nur einen leeren Twitter-Account zu haben. Unfassbar, dass man das in 2011 noch jemanden erklären muss.
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Vielen Dank! Sie sprechen mir aus der Seele! Ich hatte auch den Eindruck das Einige der Anwesenden noch nicht im Informationszeitalter angekommen sind!
Ich habe in meinem Blog ein ähnliches Resümee beschrieben.
Danke, Link zu Deinem Blog-Post ergänzt.
dito!!
@ Marco Wagner:
“Informationszeitalter” ist eine völlig absurde Vokabel – so wie “Genfood”.
Wenn überhaupt, kann man nur vom Zeitalter der Informationstechnik reden, in dem manche Kollegen noch nicht angekommen seien. Es ist aber überheblich, diejenigen zu schelten, die nach Bonn gekommen sind, obwohl sie damit rechnen mussten, auf viele Kollegen zu stoßen, die eine ganz andere Sprache sprechen als sie selbst. Wer diesen Mut gefunden hat, wer seine Berührungsängste gegenüber den vermeintlichen Nerds überwunden hat, ist doch auf dem richtigen (wenn vielleicht auch langen) Weg.
Übrigens: Waren die “Haarstreubänder” ein Gag, den ich nicht verstanden habe, oder nur ein Bachstubendreher?
Das sehe ich genauso und habe es ähnlich in meinem Blog beschrieben s. http://Www.pitchperfekt.COM
Grüße
Kathrin Sebens
Wieder spricht mir ein Kollege aus der Seele. Ich staune immer wieder, dass ich auf Barcamps der Einzige oder einer der ganz wenigen Journalisten bin. Und hier vor Ort in München stosse ich auch nach wie vor auf Unverständnis. Insbesondere in meinem Spezialgebiet der Reise-, Gastro-, Weinjournalisten.
Aber evtl. wird es ja jetzt langsam. Ich stelle ein erhöhtes Interesse von PR-Agenturen an “Blogger-Reisen” fest.
Wie wahr, wie wahr. Leider! Ich bin immer wieder entsetzt, wie vielen Journalisten man online heute noch erklären muss! Und ja, es ist “der geilsten Jobs der Welt”!
Richtig! Journalismus ist eben immer mehr ein multidimensionales Handwerk und nicht mehr einfach nur die Kunst gut zu schreiben.
Vielen Dank für den interessanten Beitrag und die nützlichen Links; den Beitrag “Scheuklappen im Schnelligkeitswahn” habe allerdings nicht ich geschrieben, sondern mein Kollege Bernd Oswald hat ihn auf unserem Blog Onlinejournalismus.de und unserer gemeinsamen Seite Journalisten-Training.de veröffentlicht.
Danke, korrigiert!