Facebook verkauft sein Vertrauen mit hervorgehobenen Beiträgen

Facebook führt sein eigenes System aus Geldgier ad absurdum: Wer eine Firma linkt – aber nie auf die Beiträge reagiert – bekam über kurz oder lang die Beiträge der Firma nicht mehr angezeigt. Schließlich hatte man gezeigt, dass man kein Interesse an diesen Beiträgen hatte. Edgerank heißt das Filter-Kriterium und Anna Lena Radünz erklärt, wie das genau funktioniert. Eigentlich eine gute Sache, denn ein „Like“ für eine Firma heißt ja nicht, dass mich die Werbebotschaften auf Dauer interessieren. Es kann durchaus sein, dass die Firma mit Facebook falsch umgeht, mich nervt – und dann finde ich es gut, wenn Facebook diese Nachrichten für mich ausfiltert.

Jetzt aber die Kehrtwende: Wer Geld zahlt, kann seine Botschaft auch den Usern anzeigen, die bisher nicht auf die eigenen Botschaften reagiert haben. Und die Preise sind sogar gestaffelt. Je nach Zahlungsbereitschaft sehen mehr User den Beitrag. Eine feste Preisliste gibt es nicht, stattdessen wird bei jedem Posting angezeigt, wie viel eine größere Reichweite kostet. Und die Preise sind offenbar sehr moderat, weshalb sicher viele Firmen auf die Idee kommen werden, meine Timeline künftig vollzumüllen. Danke, Facebook!

Update: Wie teltarif.de meldet, musste Facebook – um eine Sammelklage gegen die neue Funktion abzuwenden – einen Kompromiss eingehen. Demnach müssen „Hervorgehobene Beiträge“ als solche gekennzeichnet werden und die Nutzer müssen die Möglichkeit bekommen, diese gänzlich abzulehnen. Wir dürfen vermuten, dass letzteres sehr versteckt umgesetzt wird. 🙁

Ein Gedanke zu „Facebook verkauft sein Vertrauen mit hervorgehobenen Beiträgen“

  1. Ich denke die Preise werden erheblich steigen je mehr Unternehmen das nutzen, daher ist es langfristig doch sicher wieder rentabler mit guten Inhalten in die Community zu investieren statt mit Ads.

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