Fritzbox: „Der Cloud, der man traut“ fehlen wichtige Funktionen

Liebend gerne würde ich meine Daten – vor allem Fotos – auf einer Festplatte in meiner Wohnung lagern und trotzdem Freunde und Familie freigeben können. Bisher nutze ich dafür Dropbox, weil der Dienst das Verteilen von Bildern extrem einfach und komfortabel macht.

Mit Interesse verfolge ich entsprechend die Bemühungen von AVM, seine Fritzboxen um eine MyFritz-Funktion (Slogan: „Die Cloud, der man traut“) zu erweitern. Vergangene Woche stellte AVM das Update 5.50 vor und macht die Box damit noch komfortabler.  Aber leider fehlen noch mit entscheidende Funktionen, um die MyFritz-Dienste zu einer echten Alternative zu Dropbox zu machen.

 

Werbebild für MyFritz. Quelle: AVM
Werbebild für MyFritz. Quelle: AVM

Sync-Apps

Eine der bisher unschlagbaren Vorteile von Dropbox ist die weite Verbreitung einfacher Sync-Apps, die den Datenaustausch im Hintergrund lösen. Dropbox unterstützt alle gängigen Plattformen (Windows, Mac, Linux, iOS, Android, Blackberry, Kindle Fire) und macht so den Datenaustausch extrem komfortabel. AVM hat jetzt Apps für iOS und Android angekündigt, die den Zugriff auf die Daten online erlauben. AVM sollte weiter gehen und zumindest Windows und Mac unterstützen und ein lokales Caching erlauben. Die Zeiten, in denen Nutzer Netzwerk-Laufwerke mounten wollten, sind vorbei. Und Dropbox hat auf iOS und Android mit dem automatischen Bilder-Upload einen weiteren Vorsprung.

Bilder-Browser

Vor allem Privatleute – und diese Zielgruppe hat AVM klar im Visier – teilen über das Netzwerk gerne Fotos. Zwar bietet MyFritz standardmäßig auch einen Foto-Ordner, aber eben keinen Bilder-Browser. Im Bilder-Reiter werden die Bilder bestenfalls (funktioniert leider nicht immer!) als Thumbnail angezeigt, aber ein Klick öffnet nicht etwa das Bild im Vollformat sondern startet lediglich einen Bilder-Download.

Freigabe von Dateien und Ordnern

Große Dateien per E-Mail oder USB-Stick zu verschicken, ist ein Graus: E-Mails werden unnötig aufgepumpt und ein USB-Stick ist immer dann nicht zu finden, wenn man ihn braucht. Kurz: Das Freigeben von Dateien und Ordnern ist eine feine Sache. AVM hat mit dem Firmware-Update 5.50 so eine Funktion eingeführt, aber leider verweigern Safari und Chrome den Zugriff, weil das SSL-Zertifikat als nicht vertrauenswürdig eingestuft wird. Nur über Umwege kann man die Datei dann herunterladen – und dies dürfte nicht gerade das sein, was man von der „Cloud, der man vertraut“ erwartet.

Bei der hohen Verbreitung könnte AVM noch einen Schritt weitergehen und die Synchronisation zwischen einzelnen Fritzboxen unterstützen. So wären die Daten für die Anwender lokal verfügbar, wenn sie den Rechner hochfahren und müssten nicht erst dann heruntergeladen werden. Uploads könnten zunächst auf das lokale NAS erfolgen und dann hochgeladen werden. Gerade bei umfangreichen Uploads ein unschätzbarer Vorteil.

Kostenpflichtiges Update?

Nun könnte man argumentieren, dass AVM die Firmware kostenfrei zu Verfügung stellt und sie  in erster Linie als Verkaufsargument für die Hardware betrachtet. Warum sollte das Unternehmen also so viel Mühe in eine Cloud-Lösung investieren? Nun, man könnte so eine Funktion als kostenpflichtiges Update auf den Markt bringen und als Erweiterung des Basis-Systems verkaufen. Das dies geht, beweist AVM immer wieder im Fritz!-Labor, wo immer wieder Erweiterungen zur normalen Firmware angeboten werden.

Was fehlt noch? Welche Funktion wäre für Euch ein Grund, die AVM-Cloud mit lokaler Speicherung zu nutzen? AVM bietet ein Feedback-Formular an.

Ein Gedanke zu „Fritzbox: „Der Cloud, der man traut“ fehlen wichtige Funktionen“

  1. Alles ist besser als Dropbox. Wer Dropbox nutzt, hat sich einfach nicht informiert. Wuala z.B. ist sehr viel sicherer und bietet mehr.

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