Mein Abschied aus der Cloud: Good bye GMail, willkommen 1&1-Mail

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich bin ein großer Freund von Cloud-Angeboten. So kann ich mich nicht daran erinnern, wann ich zum letzten Mal einen USB-Stick verwendet habe. Allerdings hat die angekündigte Abschaltung des Dienstes Google Reader zum 1. Juli mir bewusst gemacht, wie abhängig ich von Diensten sind, die ich vermeintlich kostenfrei nutzen kann – und die doch jederzeit verschwinden können. Deshalb habe ich mich sehr schnell nach der Google-Reader-Ankündigung für den RSS-Reader Fever entschieden, der einmalig 30 US-Dollar kostet und dann auf dem eigenen Webspace läuft.

Im nächsten Schritt habe ich meine Daten bei Dropbox gelöscht, um sie künftig auf meinem Synology NAS in den eigene vier Wänden zu speichern. Cloudstation, so heißt der Synology-Dienst, ist noch nicht so komfortabel zu nutzen wie Dropbox, aber dafür werden die Daten in Sekundenschnelle hochgeladen und liegen nicht auf einem US-Server.

Blieb die Frage, was ich mit meinen Accounts bei GMail mache: Der Google-Dienst ist sehr komfortabel und bietet nahezu unbegrenzten Speicherplatz. Die Web-Oberfläche wird in einer Geschwindigkeit weiterentwickelt, die GMX und Web.de beschämen sollte. Meine Ansprüche: IMAP-Zugriff, Server in Deutschland und viel Speicherplatz. Letzteres ist leider schwer zu bekommen: 1&1 – wo diese Site gehostet ist – gibt seinen Kunden nur 2 GByte Speicherplatz (Strato immerhin 5 GByte). Mehr Speicherplatz lässt sich leider nicht mal für Geld dazu kaufen, was sehr schade ist. Vermutlich möchte die United-Internet-Tochter die hauseigenen Dienste GMX und Web.de schützen bzw. Exchange-Accounts (mit immerhin 25 GByte) verkaufen.

Ausprobiert habe ich deshalb auch den Mailserver von Synology, der kostenfrei auf dem NAS installiert werden kann und so viel Speicherplatz gewährt wie die Platten hergeben. Die Sache hat nur ein paar Haken: Der Betrieb an einem Internet-Zugang mit dynamischer IP-Adresse erschien mir zu heikel. Zwar kann man im Mailserver einen externen SMTP-Server für ausgehende E-Mails konfigurieren, aber das System bietet nur über Umwege die Möglichkeit, E-Mails per POP3 beim eigenen Internet-Hoster abzuholen. Und wer dafür die App „Mailstation“ installiert wird schnell feststellen, dass die Roundcube-Version (auf der die Web-Oberfläche basiert) veraltet ist und leider keinen gescheiten Spam-Filter bietet. Also doch 1&1-Mail: Zwar nur mit 2 GByte Speicherplatz, aber das reicht – nach einer gewissen Bereinigung von Mails aus dem Jahre 2007 und älter ohne Probleme. Im Zweifel könnte ich den Mailserver auf dem Synology NAS als Archiv nutzen.

Als schwierig erwies sich der Umzug von GMail auf 1&1, weil im GMail-Postfach immer wieder bereits verschobene E-Mails wieder auftauchten und offenbar nicht anständig per IMAP gelöscht wurden. Hier half die Thunderbird-Erweiterung „Remove Duplicate Messages„, die binnen Sekunden Doubletten fand und auf Knopfdruck löschte. Wer viele E-Mails von einem IMAP-Postfach ins andere übertragen möchte, sollte monats- oder quartalsweise vorgehen, um stets den Überblick über bereits kopierte E-Mails zu behalten.

Mit Spannung warte ich nun auf die Einführung von OX App Suite, der neuen Version der auch von 1&1 angebotenen MS-Exchange-Alternative „Open Exchange“. Hier ein kleines Video:

Auf Anfrage sagte Andreas Maurer, Chef des Social-Media-Teams von 1&1, dass 1&1 die neue Version in den nächsten Monaten anbieten möchte:

 

3 Gedanken zu „Mein Abschied aus der Cloud: Good bye GMail, willkommen 1&1-Mail“

  1. Pingback: OX App Suite: So schön wie GMail, aber » sbrinkmann.de
  2. Mittlerweile gibt es doch sehr viele Internetanbieter die eine feste IP-Adresse zur Verfügung stellen (auch im privaten Bereich) und zusätzlich ganze IPv6 Netze. Auch der Reverse DNS Eintrag für den Mailserver und DNS Server sind kein Problem (zumindest bei Kabeldeutschland und der Telekom). Ich habe schon zahlreiche NAS Systeme mit Mailservern installiert und da wird nichts mehr über einen SMTP Relay verschickt oder die Mails vom Provider eingesammelt.

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