Erster Eindruck der Synology DS 213+

Dropbox-Ersatz, Video-Streaming auf Apple TV, Foto-Sharing mit Freunden und Familie, automatische Backups zu Amazon S3/Glacier – meine Wunschliste für eine Netzwerkfestplatte waren lang. Letztlich wurde es eine Synology DS213+ mit zwei 3 TByte RED-Festplatten von Western Digital. Die Platten sind speziell für NAS-Systeme entwickelt und kosten aktuell rund 140 Euro bei Amazon.

Installation

Die Installation war super einfach: Festplatten auf die Träger schrauben (Schrauben werden mitgeliefert), das System mit dem Router verbinden und einschalten. Über den Web-Browser (ich hasse es, wenn ich erstmal Software installieren soll!) ging es weiter: Betriebssystem DS 4.1 herunterladen, Festplatten einrichten (Raid 1) und nach wenigen Minuten hatte ich eine sehr benutzerfreundliche Bedienoberfläche vor mir: „Sieht ja aus wie ein Computer“, meinte meine Frau.

Praktisch: Sofort nach der Einrichtung der Festplatten ist das System nutzbar. Im Hintergrund werden die Festplatten dann überprüft (was in meinem Fall rund zwölf Stunden dauern sollte). In dieser Zeit – so informiert Synology – ist die Nutzung des Systems eventuell langsamer als sonst – aber nicht blockiert.

Dropbox heißt jetzt Cloudstation

Dropbox ist genial: Nie war es einfacher, Dateien an Freunde oder Arbeitskollegen zu verteilen oder auf mehreren Computern/Tablets/Smartphones mit den selben Daten zu arbeiten. Nachteil: Da Dropbox seine Server bei Amazon in den USA stehen hat, sind Up- und Download aus Europa langsam. Und es bleibt immer ein ungutes Gefühl beim Thema Datensicherheit/Datenschutz.

Synologys Antwort heißt „CloudStation“ und ist gut – aber leider nicht genial! Wie bei Dropbox gibt es Clients für Windows und Mac sowie iPhone/iPad sowie Android. Mit dem neuen Synology Betriebssystem DSM 4.2 kann man zwar mehr als zwei Ordner mit mehreren Benutzern teilen – nur leider ist die Bedienung alles andere als einfach. Während man bei Dropbox einfach einen Unterordner des eigenen Accounts freigeben kann – muss man bei Synology erstmal einen separaten „Gemeinsamen Ordner“ inklusive Benutzerrechten einrichten und dann in Cloudstation freigeben. Jeden Ordner zeigt die CloudStation-App separat an. Im Mac-Finder wird deshalb zum Beispiel nur der eigene Ordner – aber nicht die „Gemeinschaftsordner“ angezeigt. Das erschwert die Bedienung. Der Mac-Client informiert zudem leider nicht darüber, wie lange das Synchronisieren der Daten noch dauern soll. Auch so ein Detail, an dem Synology arbeiten sollte. An diesem recht neuen Feature muss Synology also weiter arbeiten.

Video-Streaming auf Apple TV

Bislang hatte ich rund 400 GByte Videos (aufgenommen per EyeTV und DVB-T) auf einer externen Festplatte, die von iTunes verwaltet wurde. Das war sehr oft unpraktisch, weil ich deshalb iTunes auf meinem MacBook Air nur nutzen konnte, wenn das Gerät an der externen Festplatte hing. Und Filme gucken setzte wiederum voraus, dass das MacBook eingeschaltet und auf dem Schreibtisch stand.

Zwar bietet inzwischen fast jedes NAS auch einen iTunes-Server, aber die Lösung überzeugte mich nicht, weil sie unter anderem kein Streaming auf AppleTV erlaubten (Apple blockiert dies!).  Entsprechend hellhörig wurde ich, als Giga das neue Synology-Betriebssystem DSM 4.2 ankündigte. Machen wir es kurz: Meine Videos können künftig außerhalb von iTunes lagern und per DS Video-App (auf iPhone/iPad) verwaltet und auf Apple TV gestreamt werden. Damit reduziert sich meine iTunes-Bibliothek auf wenige GByte – und die passen auf die lokale MacBook-SSD. Super!

Foto-Sharing mit Freunden/Familie

War das früher umständlich: Fotos verkleinern, dann mit einer zweiten Software spartanische HTML-Seiten herumstricken und mit einer dritten Software per FTP auf einen Server hochladen. Dropbox setzt auch hier Maßstäbe: Einfach die Bilder in einen Unterordner von „Photos“ hochladen und Link mit Freunden teilen – schon entsteht eine schicke Gallerie und Freunde können sich die Fotos auf Wunsch auch ganz einfach in voller Auflösung herunterladen. Fein! Aber auch hier hat Dropbox Nachteile: Die Foto-Galerien lassen sich nicht mit einem Kennwort schützen. Wer den Link kennt, kann die Bilder abrufen. Ferner dauert auch hier das Hochladen größerer Datenmengen lange.

Synology bietet hierfür seine „Photo Station“. Einfach Fotos hochladen, Benutzer einrichten und Zugriff auf die Ordner gewähren, fertig. Das Hochladen dauert nur Sekunden – und das NAS beginnt so dann mit der Erstellung von Thumbnails.

Und wo ist der Haken?

Keine Frage: Synology baut tolle Netzwerkfestplatten, die sich sehr einfach installieren lassen und nahezu unbegrenzte Funktionen bereitstellen. Der große Funktionsumfang ist aber auch ein Nachteil: Bevor zum Beispiel der Zugriff von außen auf CloudStation und Photo Station funktioniert, muss ein „Loch“ in die Firewall des Routers gebohrt und die Firewall der Synology entsprechend konfiguriert werden. Während der erste Punkt recht einfach per UPnP möglich ist, wundert es schon ein wenig, warum Synology die eigene Firewall nicht automatisch entsprechend konfiguriert.

Blöd ist auch, dass jeder gemeinsame Ordner ein weiteres Icon auf dem Mac-Desktop hinterlässt. Hier wäre ein zentrales Icon für alle „Unterordnet“ sehr viel praktischer. Aber vielleicht finde ich diese Option ja auch noch.

Demnächst teste ich noch TimeMachine und das Backup zu Amazon S3/Glacier. Fortsetzung folgt.

4 Gedanken zu „Erster Eindruck der Synology DS 213+“

  1. Habe seit kurzem die gleiche Konfiguration als Sicherungsplatte für meine Fotos, nur nicht im Raid1 Verbund sondern im Synology eigenen Raid-System. Beste Anschaffung seit langem. Das einzige was mich nervte war der eingebaute Lüfter, der doch sehr laut war und nicht gut Entkoppelt. Da habe ich mir einen Low-Noise Lüfter mit Gummientkopplern eingebaut und seitdem auch Ruhe. Sonst großartige Hardware. 🙂

    1. Stimmt: Ich habe auch nicht Raid1 konfiguriert sondern das Synology-eigene-System.

      Das NAS steckt bei mir in einer Abstellkammer, weshalb mich die Lüftergeräusche nicht stören.

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