Synology CloudStation: Auf bestem Wege zur Dropbox-Alternative

Dropbox ist ein Dienst, den man nach dem ersten Ausprobieren nicht mehr missen möchte: Noch nie war das Austauschen von Dateien so einfach und so bequem. Kein Wunder, dass inzwischen 100 Millionen Menschen weltweit Dropbox benutzen und pro Tag (!) eine Milliarde Dateien hochladen (Quelle: http://www.technobuffalo.com/). Zwei Nachteile hat Dropbox: Die Dateien werden aus US-Servern von Amazon gespeichert, was das Hoch- und Herunterladen aus Europa verlangsamt und ein mulmiges Gefühl gibt. Und wer mehr als 2 GByte Speichern möchte, muss entweder zahlen oder neue Nutzer werben, um so auf maximal 18 GByte zu kommen. Zwei Gründe, sich ein NAS von Synology zu kaufen, um „CloudStation“ als Dropbox-Alternative zu nutzen. Aber leider ist CloudStation noch keine perfekte Dropbox-Alternative.

Die Nutzung ist umständlich

Einer der Vorteil von Dropbox ist die einfache Bedienung: Per Web-Oberfläche wird ein Ordner für ein oder mehrere Personen freigegeben – und diese per E-Mail darüber informiert. Binnen Minuten kann der Datei-Austausch beginnen. Die CloudStation hat keine eigene Web-Oberfläche, daher muss das Einrichten neuer Nutzer und die Freigabe von Ordnern über die Admin-Oberfläche des NAS erfolgen. Und das ist umständlich: Ein neuer Nutzer wird in der Benutzerverwaltung angelegt, dann wird in der Verwaltung für „Gemeinsame Ordner“ ein Ordner angelegt und dann in der CloudStation-Funktion dieser Ordner für bestimmte Nutzer freigegeben. Erst dann bekommt der neue Nutzer einen Hinweis, wonach ein neuer Ordner mit ihm geteilt wird. Ok, das macht man in der Regel nur einmal, aber bequem ist anders.

Was nervt ist der Umgang mit Unterordnern: Statt wie bei Dropbox ein Root-Verzeichnis zu haben, unter dem alle weiteren Dropbox-Ordner angezeigt werden, muss man mit CloudStation zwischen den einzelnen Ordnern hin und her wechseln.

Synology CloudStation: Umständlicher Wechsel zwischen den Ordnern
Synology CloudStation: Umständlicher Wechsel zwischen den Ordnern

Die iOS-App DS Cloud hat Synology jetzt immerhin verbessert: Musste man vorher jeden Unterordner der CloudStation-Ordner einzeln (!) für die Synchronisation auswählen, kann man mit dem neuesten Update Unterverzeichnisse pauschal für die Synchronisation freischalten. Geht doch. 🙂

Wer schnell eine Datei mit einen Freund teilen möchte, kann in Dropbox auf Knopfdruck (auch innerhalb des Mac-Finders) eine URL generieren und diese zum Beispiel per Mail oder Chat verschicken. Noch einfacher ist das Verteilen von Dateien mit CloudApp: Datei auf das Icon in der Menüzeile ziehen, schon wird die Datei hochgeladen und der Download-Link in die Zwischenablage kopiert. Synology generiert auf Wunsch einen Download-Link – aber nicht in der CloudStation: Die FileStation (Teil der Admin-Oberfläche des NAS) oder die DS File-App für iOS generiert auf Wunsch einen Download-Link. Es bleibt zu hoffen, dass Synology die CloudStation um diese nützliche Funktion erweitert. Merkwürdig, dass die iOS-App „DS Cloud“ Dateien auf Wunsch direkt per E-Mail verschickt statt einen Download-Link zu generieren.

Foto-Sharing besser als bei Dropbox

Gut gelöst ist dafür die Foto-Galerie-Funktion von Synology: Diese nennt sich PhotoStation und ist mit Dropbox gut vergleichbar. Großer Vorteil der Synology-Alternative ist die Möglichkeit, Bilder-Galerien mit einem Kennwort zu schützen oder sogar nur ausgewählten Nutzern freizuschalten. Eine Funktion, die ich in Dropbox vermisse. Dort kann man bisher nur einen nicht-öffentlichen Link generieren.

Das Hochladen der Bilder erfolgt wahlweise über eine Web-Oberfläche, über einen direkten Zugriff auf das NAS (deutlich schneller!) oder ein eigenes Upload-Programm, welches auch gleich das Generieren der Thumbnails übernimmt. Letzteres dauert vor allem bei schwächeren DiskStations sehr lange.

Synchronisation ist langsam

Merkwürdig ist, dass die Synchronisation zwischen Mac und DiskStation auch innerhalb des heimischen LAN langsam wirkt. Hat man einen Ordern freigegeben, dauert es rund eine Minute, bis die ersten Dateien einlaufen. Diesen Eindruck verstärkt sich vielleicht auch dadurch, dass die Mac-App einen zwar wissen lässt, dass sie aktuell Dateien synchronisiert – aber keinen Fortschritt vermeldet, wie es Dropbox tut.

Fazit

Synology hat mit CloudStation eine gute Basis gelegt, um Dropbox Konkurrenz zu machen. Derzeit fehlt aber noch eine Web-Oberfläche und die Bedienung muss dringend verbessert werden. Wenn man den Funktionsumfang des Synology-NAS-Betriebssystems betrachtet, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis ich Dropbox komplett löschen kann.

18 Gedanken zu „Synology CloudStation: Auf bestem Wege zur Dropbox-Alternative“

  1. Guter Artikel zu den Alternativen zu Dropbox.

    Ich verwende nun auch immer mehr die Cloud Station. Jedoch fehlt mir die Möglichkeit Nutzer nur ein Leserecht zu geben. Wenn jemand eine Idee hat, wäre ich sehr froh. 🙂

  2. Ich verwende die Cloudstation schon einige Zeit und bin mit dem Synology NAS eigentlich voll zufrieden, was mich aber unglaublich nervt ist die iOS App (DS cloud).
    In der App sieht man nur jende Datein/Ordner die sich auch wirklich auf dem iPhone befinden also synchronisiert wurden. Mein Cloudstation Ordner ist über 150 GB groß und den will/kann ich natürlich nicht komplett auf’s iPhone synchronisieren.
    Die DS File App zeigt zwar alle, auch nicht am Telefon befindliche Dateien an, sie funktioniert aber nur wenn man online ist.
    Hier ist die Dropbox App viel intelligenter. Man sieht immer (auch offline) die gesamte Ordnerstruktur und kann sich dann entscheiden welche Dateien/Ordner lokal runter geladen werden.
    DS cloud ist somit ziemlich unbrauchbar – leider!

  3. Ich bin auch auf der Suche nach einer Lösung, die ich aktuell mit Evernote realisiere: Meine Papierpost möchte ich einscannen (mit dem iPhone), OCR drüber laufen lassen und archivieren. Durch die Verschlagwortung und die Suchfunktion ist da Evernote klasse, aber eben nicht meine eigene Cloud.
    Eine Synology habe ich auch und die App DS Cloud am iPhone kann auch die erstellten PDFs entgegen nehmen, aber leider kann ich diese da nur in Ordnern verwalten, nicht mit Tags versehen und auch nicht durchsuchen. Oder hab ich noch nicht alles gefunden? Welche Alternativen gibts noch?

    1. Gute Frage. Eine Art Evernote-App von Synology wäre der Hit, aber ich glaube, das hinter Evernote ziemlich viel Know How steckt. Zumal die Software mit hohem Tempo erweitert wird.

  4. Leider kann ich seit dem Update auf 5.0 der Disk Station keine Benutzer mehr aktivieren.

    Kann mir jemand einen Rat geben warum ich es leider nicht mehr geht.

    Danke

    1. Synology hat auf seiner Seite ein großes Forum und dort einen Bereich extra für DSM 5.0-Themen. Ich empfehle Ihnen, Ihr Problem dort zu schildern. Auf Anhieb konnte ich keinen Beitrag mit dieser Fehlerbeschreibung finden.

  5. […dass die Synchronisation zwischen Mac und DiskStation auch innerhalb des heimischen LAN langsam wirkt…]

    Kann ich nicht bestätigen, bei mir findet die Syncronisation binnen Sekunden statt

    1. Interessant. Ich habe neulich rund 2,6 KByte aus der Cloudstation per GByte-Netzwerk auf ein neues MacBookPro übertragen und das hat Stunden gedauert.

      1. Vielleicht stimmt was mit dem Netzwerk nicht? z.B. eine defekte Netzwerkkarte oder Switchport kann solche Symptome verursachen, oder ein defektes Kabel.

  6. ihr kommentar:

    Ok, das macht man in der Regel nur einmal, aber bequem ist anders.

    und zur Fotostation

    Gut gelöst ist dafür die Foto-Galerie-Funktion von Synology…. Großer Vorteil der Synology-Alternative ist die Möglichkeit, Bilder-Galerien mit einem Kennwort zu schützen oder sogar nur ausgewählten Nutzern freizuschalten.

    äääh verstehe ich nicht. also bei Cloudstation ist das berechtigen und anlegen eines Benutzers/ordners umständlich bei der Fotostation ein vorteil???

    1. Ich kritisiere nicht die Funktion an sich, die finde ich gut. Aber ich kritisiere die Bedienung. Ich würde mir bei Cloudstation wünschen, dass man – wie bei Dropbox – einen Ordner hat und darunter (!) Unterordner, die man einfach freigeben kann. Aktuell muss man erst den neuen Benutzer anlegen, dann einen geteilten Ordner anlegen und ihn dann in Cloudstation aktivieren. Das ist umständlich.

  7. Hallo,
    entweder nutze ich die DS-Cloud falsch oder Dropbox hat folgenden Vorteil:

    Bei Dropbox werden nicht die Dateien auf das iPhone geladen. Der Speicher des i-Phones wird daher nicht belastet. Der Nachteil ist, daß man nicht offline auf die
    Dropboxdaten zugreifen kann.

    Bei DS-Cloud werden alle freigegebenen Daten aufs i-Phone geladen und belasten den Speicher.
    Ggf. mache ich auch etwas falsch…?!?
    Gruß Ingo

    1. Man kann in der App für jeden Ordner, der synchronisiert wird, einstellen, wie groß die Dateien maximal sein können, ob bestimmte Dateitypen synchronisiert werden und ob Unterordner eingerechnet werden. Das erlaubt eine recht gute Steuerung der Datenmenge. Synchronisiert man aber einen Ordner, kommt das Zeug auch auf das Smartphone. Das macht Dropbox anders.

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