Mein Leben mit dem iRobot 780

„So klein ist das Ding?“, sagt Nina als wir den iRobot gestern Abend erstmals auspackten. Der iRobot 780 hat 35 Zentimeter Durchmesser und ist gerade mal 10 Zentimeter hoch. Im Karton stecken – neben dem Gerät – eine Fernbedienung, eine Dockingstation und zwei Leuchttürme, die „Sonny“ (so unser Spitzname für den neuen Mitbewohner) bei der Orientierung helfen sollen. Dazu ein Set Austausch-Bürsten und Filter, das im Set bei Amazon rund 40 Euro kostet. Die Docking-Station installieren wir unter der Couch, damit Jan den neuen Spielgefährten in Ruhe lässt und das Gerät trotzdem jederzeit losfahren kann.

iRobot 780 in seiner Docking-Station
iRobot 780 in seiner Docking-Station

Erster Test: Das Wohnzimmer

Los geht’s mit dem Wohnzimmer. 33 Quadratmeter Parkett ohne Teppiche. Ein ideales Betätigungsfeld für den kleinen Sonny. Ein Druck auf „Clean“ (auf dem Gerät oder an der Fernbedienung) und der kleine Sauger verlässt die Basisstation, um zu saugen. Erster Eindruck: iRobot ist leise. Kein Vergleich mit dem 2000-Watt-Miele-Sauger. Chaotisch zieht iRobot seine Bahnen durch das Wohnzimmer und saugt ganz problemlos unter der Couch bzw. zwischen den Esstisch-Stühlen. Wände oder Schränke erkennt er rechtzeitig, bremst ein paar Zentimeter vorher ab und nähert sich dann ganz langsam – bis die Berühungssensoren das Gerät stoppen und Sonny eine Drehung vollzieht, um weiter zu fahren. Nach rund 30 Minuten – in denen wir entspannt in der Küche frühstücken – fährt der Staubsauger zu seiner Dockingstation zurück und meldet mit einem Signalton seinen Erfolg. Mit dem Swiffer-Tuch gehen wir über den Boden – und finden kaum noch Schmutz. Dafür ist der Staub-Behälter des iRobots gut gefüllt – und wird einfach über dem Küchen-Eimer geleert.

Zweiter Test: Das Kinderzimmer

Jans Kinderzimmer hat auch Parkett-Boden – aber einen Teppich in der Mitte, der Fusel magisch anzieht. Wir stellen Sonny in die Mitte des Kinderzimmers, starten das Reinigungsprogramm und schließen die Tür. Während wir Einkaufen fahren, lassen wir das Gerät alleine arbeiten. Zurück zu Hause gehen wir schnell ins Kinderzimmer: Sonny hat alles perfekt gesaugt und dann an einer Stelle geparkt. Der Teppich ist sauber und sogar unter dem Bett sehen wir keinen Staub mehr. Zweiter Test bestanden.

Dritter Test: Schlafzimmer und Badezimmer

Diese Leuchttürme helfen dem iRobot bei der Orientierung.
Die Leuchttürme helfen dem iRobot bei der Orientierung.

Wir erhöhen die Komplexität und stellen Sonny ins Schlafzimmer. Die beiden Leuchttürme platzieren wir an der Tür zum Bad und an der Tür zum Schlafzimmer. Die beiden Geräte haben zwei Modi: Lightroom (damit wird der Übergang zu einem neuen Raum markiert, die der iRobot erst überschreitet, wenn der erste Raum fertig ist) oder Virtual Wall  (dann wird iRobot die Linie nicht überschreiten.). Los geht’s! Sonny saugt erst das Schlafzimmer (auch unter dem Bett bzw. unter der Kommode) und fährt dann ins Badezimmer. Unter dem Waschtisch legt er sich am Schluss schlafen. Ergebnis auch hier: Super! Alles sauber und das auch an Stellen, die wir nur mit Mühe mit dem Miele-Staubsauger erreicht hätten.

Vierter Test: Wohnzimmer, Küche und Flur

Klappt alles, wird iRobot diese Tour künftig jeden Tag fahren dürfen, um die wichtigsten Räume der Wohnung sauber zu halten. In Flur und Küche erwarten ihn anthrazitfarbene Bodenfliesen, auf denen man Staub und Krümmel wunderbar sehen kann. Vor dem Start platzieren wir die Leuchttürme an den Doppel-Tür zwischen Küche und Wohnzimmer sowie in der Tür zwischen Wohnzimmer und Flur. Per Fernbedienung geben wir den Startschuss und schauen gespannt zu. Sonny fährt unter der Couch heraus und macht sich gleich an die Arbeit.

Nach einiger Zeit hören wir, dass sich Sonny offenkundig festgefahren hat: Die Kombination aus Hocker, Couch-Fuss und Lautsprecher erweist sich als knifflig. Immer wieder dreht sich Sonny und stößt nach nur wenigen Zentimetern wieder an. Nach zwei oder drei Minuten hat der Kleine aber einen Ausweg gefunden und fährt weiter. Respekt! (Sollte ein Befreiungsversuch nicht klappen, würde sich Sonny mit einem Hilferuf melden und müsste manuell befreit werden.)

In der Küche entdeckt Sonny eine Stelle, die er als besonders schmutzig einstuft: Eine blaue Lampe geht an und der Staubsauger fährt mehrmals hin und her – bis alles sauber ist. Sehr geschickt werden auch die Küchenschränke gesäubert: Mehrfach fährt Sonny an den Schränken entlang und dreht sich dabei immer wieder zum Schrank, damit seine herausstehende Bürste alles erwischt.

Nach rund 90 Minuten sind alle drei Räume gereinigt. Mit einem Umweg fährt das Gerät in die Dockingstation zurück und legt sich wieder Schlafen. Ein Blick auf die dunklen Fliesen verrät, dass der Kleine auch hier ganze Arbeit geleistet hat.

Fazit

Schon nach dem Wohnzimmer-Test stand fest, dass Sonny nicht wieder ins Amazon-Versandzentrum geschickt wird. Es ist beeindruckend zu sehen, wie gut er eine ansonsten lästige Hausarbeit verrichtet und dann wieder zu seiner Dockingstation zurückkehrt. Wie sagte ein Rezensent bei Amazon: Ein Staubsauger-Roboter ist wie eine Spülmaschine. Das Ergebnis ist nicht so gut wie von Hand gemacht, aber der Komfort macht dies locker wieder weg.

Bleibt die Frage: Was kostet der Spaß eigentlich? Der iRobot 780 kostet bei Amazon aktuell 500 Euro. Sicher kein Pappenstiel, zumal der normale Staubsauger noch immer für Ecken oder die Reinigung von Schränken gebraucht wird. Aber eben ein super praktisches Weihnachtsgeschenk mit hohem „Woman acceptance factor„. 🙂

Ein Gedanke zu „Mein Leben mit dem iRobot 780“

  1. Danke für den interessanten Bericht. Das verstärkt meine Meinung, dass der iRobot 780 einer der Top-Saugroboter ist. Und Sonny ist auch mal ein außergewöhnlicher Name.
    Frohe Weihnachten!

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